M-Commerce ist das ideale Zusatzmedium
M-Commerce – Schwarze Zahlen und Gewinne sind keine Utopie

Unken behaupten, dass M-Commerce ein brotloses Unterfangen ist. Obwohl der M-Commerce-Markt stetig wächst - und das nachweislich. Der Weltmarkt für Transaktionen über das Handy wird von Experten im Jahr 2003 auf 7,6 Mrd. $ geschätzt. Wieso schlagen also so viele M-Commerce-Vorhaben fehl, wenn das Interesse an den Leistungen durchaus besteht?

Rund die Hälfte der europäischen Unternehmen bereiten sich darauf vor, ihre Dienste künftig über mobile Endgeräte wie Mobiltelefone, PDAs (Personal Digital Assistant) und Organizer mit Funkanschluss anzubieten. Der Weltmarkt für Transaktionen über das Handy wird von Experten im Jahr 2003 auf 7,6 Milliarden US-Dollar geschätzt. Bis zum Jahr 2005 sollen sich weltweit bereits rund 469 Millionen Menschen am M-Commerce beteiligen. Wieso schlagen also so viele M-Commerce-Vorhaben fehl, wenn das Interesse an den Leistungen durchaus besteht?

Wie immer macht auch hier die falsche Strategie den hochfliegenden M-Commerce-Plänen den Garaus - manchmal früher, manchmal später. Denn nur weil ein Unternehmen eine Plattform aufbaut und sich M-Commerce auf die Fahne schreibt, heißt dies noch lange nicht, dass alle Grundsätze betriebswirtschaftlichen Handelns außer acht gelassen werden dürfen. Sicherlich ist M-Commerce momentan ein In-Thema - wie bereits zuvor der "große Bruder" E-Commerce. Doch genau wie beim E-Commerce wird auch beim neuen Hype nach einiger Zeit die Konsolidierung einsetzen: Die Unternehmen, die überleben, werden profitabel agieren.

Natürlich kann selbst die beste M-Commerce-Strategie das Handeln der Konsumenten nicht vorher bestimmen. Der schöne Spruch "Man kann die Mark nur einmal ausgeben" trifft auch auf den M-Commerce zu - denn niemand hat plötzlich mehr Geld in der Tasche. Doch vor allem Menschen, die viel unterwegs sind, lernen schnell die Vorzüge des M-Commerce zu schätzen. Zum Beispiel aus dem Zug schnell ein Hotelzimmer in Berlin gesucht und gebucht, die Bestätigung kommt kurz darauf per SMS. Oder die neuesten Veranstaltungstipps für den Kurztrip nach Hamburg auf den PDA heruntergeladen. Die Möglichkeiten lassen sich beliebig fortführen. Viele Menschen entscheiden sich nicht für das Shopping im Web oder mobil und gegen den realen Einkauf im Geschäft: Sie wollen die Möglichkeit haben, sich für jede Art des Einkaufs individuell zu entscheiden - und zwar wie sie gerade Lust (und Zeit) haben.

Ein großes Potenzial bieten personalisierte M-Commerce-Lösungen. Der Anwender bekommt nur die Informationen auf sein Mobiltelefon oder PDA, die er wirklich angefordert hat - zum Beispiel per Abonnement, für das er bezahlt. So hat der Börsenmakler immer den neuesten Punktestand Nachrichten des DAX griffbereit, der Bücherwurm bekommt die Neuerscheinungen des Monats direkt auf den Mini-Bildschirm, und der Musikfan erhält nicht nur Informationen zum Erscheinungsdatum der neuen CD seiner Lieblingsband, sondern auch zum nächsten Konzert - und kann das Ticket gleich online kaufen. Für Leute, die wissen, was sie möchten, bedeutet dies eine enorme Zeitersparnis.

M-Commerce wird keine der bereits vorhandenen Einkaufs- und Informationsmöglichkeiten ersetzen, sondern sie ergänzen. Kino, Fernsehen, Videos, Radio, Bücher, Zeitungen und Zeitschriften existieren seit Jahren nebeneinander, ohne dass ein Medium dem anderen das Wasser abgegraben hätte - und bieten so die Möglichkeit, sich für das in einem bestimmten Moment bevorzugte Medium zu entscheiden. Genauso wird die Entwicklung im M-Commerce-Bereich verlaufen.

Zurzeit ist M-Commerce zwar "nur" der neue Hype, auf längere Sicht wird er seinen Weg in einer immer digitalisierteren und mobilen Welt machen: nicht als einzig wahres Medium, sondern als Zusatzangebot zu bereits bestehenden Kanälen.


Schreiben Sie dem Autor: Igor.Ferlan@genieinternet.com

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