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Macht Macht lebensfremd?

Und sind 30 Euro viel Geld für zwei Waffeln Eiscreme? Russlands Präsident Wladimir Putin jedenfalls zückte einen 1000-Rubel-Schein, um zwei Waffeln mit Schokoladen- und Erdbeer-Eis zu bezahlen.

Und sind 30 Euro viel Geld für zwei Waffeln Eiscreme? Russlands Präsident Wladimir Putin jedenfalls zückte einen 1000-Rubel-Schein, um zwei Waffeln mit Schokoladen- und Erdbeer-Eis zu bezahlen. "Geben Sie mir zwei normale Eiscremes", hatte Putin zu Verkäuferin Nadeschda gesagt, nachdem er am Ende der russischen Flugschau MAKS-2005 in Schukowskoje bei Moskau seine Escorte an einem Eisstand halten ließ. "Mir zitterten gehörig die Hände. Man bedient ja nicht täglich einen Staatspräsidenten", verriet Verkäuferin Nadeschda später dem Boulevardblatt "Schisn". Sie reichte die Eiswaffeln über den Tresen und nestelte nach Wechselgeld. Doch sie hatte nicht genug. Daraufhin reichte Putin einen 500-Rubel-Schein herüber, fragte ob es reiche und ging zurück in seinen Pullman-Mercedes.

Das Eis hatte 15 Rubel (43 Cent) pro Stück gekostet.

Bei Nestlé freut man sich seither, dass der Kremlherr ihr Eis gespeist hat. Ob der Muli aber so reagiert wie der Eskimo-Eiskonzern ist fraglich: Nachdem Putin vier Eiswaffeln Eskimo in der Industriestadt Nischnij Tagil im Ural verspeist und bekannt hatte, "so gutes Eis habe ich seit meiner Kindheit nicht mehr gegessen", produziert die Firma Eis mit der Marke "Präsident".

Eis jedenfalls ist Putins "heimliche Leidenschaft", verrät Kreml-Chefkoch Michail Schukow. Nur mit den Preisen hat er es offenbar nicht so.


Der Hamburger ist nach Stationen als Auslandskorrespondent in Moskau, Brüssel und Warschau jetzt Auslandschef des Handelsblatts. Er interessiert sich besonders für Osteuropa, die arabische Welt und Iran.
Mathias Brüggmann
Handelsblatt / Korrespondent
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