Machtvakuum soll schnell beseitigt werden
UN-Sicherheitsrat fordert Unterstützung für Kabul

Nach dem Machtwechsel in Kabul haben die Vereinten Nationen zu einer internationalen Sicherung der Ordnung in Afghanistan aufgerufen. In einer am Mittwoch einstimmig verabschiedeten Erklärung werden alle Staaten ermutigt, zur Gewährleistung der Sicherheit besonders in Kabul beizutragen.

ap NEW YORK. Ferner werden alle Kräfte in Afghanistan zur Unterlassung von Racheakten und zur Achtung der Menschenrechte aufgerufen. Der Sicherheitsrat hat damit nach Ansicht von US-Botschafter John Negroponte auch für die bereits in Afghanistan operierenden Truppen der Anti-Terror-Koalition die Grundlage geschaffen, die Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung zu unterstützen. Der Einsatz einer multinationalen Truppe bedürfe hingegen einer weiteren Resolution, erklärten Diplomaten.

Der oberste UN-Gesandte für Afghanistan, Lakhdar Brahimi, soll nach dem Willen des Sicherheitsrats schnellstmöglich ein Treffen von Vertretern der afghanischen Volksgruppen einberufen und sich um die Bildung einer Übergangsregierung bemühen, wie der britische UN-Botschafter Jeremy Greenstock sagte. Ein Gesandter der afghanischen Nordallianz erklärte vor der UN-Versammlung in New York, die Koalition sei dazu bereit. Sie habe nicht vor, die Macht zu monopolisieren, sagte Rawan Farhadi. Alle ethnischen Gruppen müssten in einer künftigen Regierung vertreten sein.

Zuvor hatten sich die Vereinigten Arabischen Emirate nach einem Bericht des staatlichen Fernsehsenders Abu Dhabi bereit erklärt, die Gastgeberrolle einer Konferenz zur Bildung einer Übergangsregierung zu übernehmen. Brahimi sagte jedoch, zum Ort der Zusammenkunft sei noch keine Entscheidung gefallen. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen könnte ein Treffen aber schon am Wochenende stattfinden.

Die Resolution ruft die 189 UN-Mitgliedsstaaten dringend auf, humanitäre Hilfe zur Verfügung zu stellen. Der französische Staatspräsident Jacques Chirac bot den Vereinten Nationen Unterstützung bei der Verteilung von Hilfsgütern an. Frankreich sei bereit, an einem humanitären Einsatz in der Region von Masar-i-Scharif mitzuwirken, sagte Chirac am Mittwoch in einem Telefonat mit UN-Generalsekretär Kofi Annan. Wie dessen Sprecherin weiter mitteilte, unterstrich der französische Präsident, der humanitären Hilfe müsse jetzt höchste Priorität eingeräumt werden.

Somalia fordert Ermittlungen zu Terrorvorwürfen

Somalia forderte unterdessen eine internationale Untersuchung unter Führung des UN-Sicherheitsrats zu Vorwürfen, dass sich in dem ostafrikanischen Land Terroristen verstecken sollen. Sein Land biete keinen Terroristen Schutz und habe auch keine Ausbildungslager, erklärte der somalische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Ahmed Abdi Haschi, am Mittwoch vor der Vollversammlung. Die somalische Regierung werde eng mit der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen den Terror zusammenarbeiten, versicherte er. Zugleich bat Haschi um internationale Unterstützung, damit Somalia seinen Verpflichtungen dabei gerecht werden könne.

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