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Männermode 2005: Farbe, Folklore, FantasieDPA-Datum: 2004-07-01 11:26:10

Mailand (dpa) - Sollte ein Mann beim Blick in die aktuellen Mode-Schaufenster denken: «Bunter geht es nicht», so irrt er sich. Für Frühjahr und Sommer 2005 drehen die Designer noch einmal auf und greifen ganz tief in die Farbtöpfe.

Mailand (dpa) - Sollte ein Mann beim Blick in die aktuellen Mode-Schaufenster denken: «Bunter geht es nicht», so irrt er sich. Für Frühjahr und Sommer 2005 drehen die Designer noch einmal auf und greifen ganz tief in die Farbtöpfe.

Bei den Mailänder Schauen waren ihre Vorstellungen einer fröhlichen, hellen und optimistischen Herrenmode jetzt fünf Tage lang auf den Laufstegen zu sehen. Wenn selbst eine auf Schwarz und Grau eingeschworene Marke wie Calvin Klein plötzlich kräftiges Hellblau, leuchtendes Rot und ein tiefes Grün im Programm hat, kommt das einer kleinen Revolution gleich. Italo Zucchelli, der für die Männerkollektion des Amerikaners verantwortlich zeichnet, kombinierte dabei stets krasse mit milden Farben.

Farbmuffel können sich dem Trend mit einem Accessoire wie dem Gürtel annähern. Calvin Klein und die englische Marke Burberry Prorsum wählten jeweils Streifenvarianten. Jil Sander entschied sich für kräftige Neontöne.

Die italiensche Luxusmarke Malo bewies, wie stimmig sich auch unterschiedliche, stets sehr fruchtige Farben zusammenstellen lassen. Bei Trussardi wiederum dominierten Brauntöne, die mit Orange und Himmelblau untermischt wurden.

Seit Männerschmuck immer mehr im Trend liegt, erweitern die Designer ihr Angebot auf diesem Gebiet. Der neueste Vorschlag: die Brosche am Revers auch für den Mann. Prada steckte den männlichen Models Flugzeuge und Segelschiffe an den Kragen, Gucci einen Schmetterling. Am Mittwoch zog Emporio Armani, Giorgio Armanis Zweitlinie, mit floralen Formen nach.

Die junge Linie Armanis, der in Kürze seinen 70. Geburtstag feiert, baute die Kollektion um zwei Schlüsselelemente herum auf: eine sehr weit geschnittene, lässige Hosenform und unzählige Sakko-Varianten. «Ein wahrer Dandy trägt sein Sakko auch unter glühender Sonne», sagte Armani zu seiner Show vom Mittwoch. Bevorzugtes Druckmotiv waren stilisierte Krebse und Skorpione, eine persönliche Note, denn sie sind Sternzeichen und Aszendent des Designers.

Keine Brosche am Revers, dafür militärische Abzeichen auf die Brusttasche applizierte Valentino. Der römische Modestar ließ sich von einem Thailand-Aufenthalt inspirieren. Er kombinierte Wildledershorts mit Seidenhemden und brachte Trenchcoats in verschiedenen Längen. Seine Blütendrucke muteten wie Tarnmuster an. Insgesamt wurde das Militärthema auf den Mailänder Laufstegen - wenn überhaupt - ironisch aufgegriffen.

Wie praktisch exklusive und sündhaft teure Mode sein kann, bewies Silvia Venturini Fendi hinter der Bühne ihrer Modenschau. Mit wenigen Handgriffen verwandelte sie eine Umhängetasche in eine Jacke.

Jetzt, wo Farbe so stark angesagt ist, schlägt natürlich auch die Stunde des Modehauses Etro, als Farbenzauberer des Fachs bekannt. Die Inspirationen der neuen Etro-Kollektion kamen von den Indianern. Überhaupt: Folklore und Ethno-Einflüsse hinterließen in vielen Männer-Shows ihre Spuren. Guccis Kaftans etwa, von europäischen Einkäufern eher skeptisch aufgenommen, sollen bei arabischen Händlern Begeisterungsstürme ausgelöst haben.

Der Europäer hält sich wohl eher an das Sakko, das dominierende Kleidungsstück der Mailänder Präsentationen. Es wird in der Rangliste der beliebten Teile gefolgt vom Polohemd. Traditionell eher ein Mode-Langweiler, doch durch Seidenglanz, farbige Akzente und Variationen am Kragen haben die Designer ihm Schwung gegeben. Beide Kleidungsstücke symbolisieren das, was den Mann im Frühjahr/Sommer 2005 erwartet: Eine Eleganz, die lässig ist, und eine Lässigkeit, die edel wirkt.

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