Märkte aber wegen schwacher US-Produktionsdaten nervös
Erwartung freundlicher US-Aktienmärkte belastet Euro

Erwartungen einer freundlichen Eröffnung der US-Aktienmärkte haben den Euro am Freitagmittag belastet und wieder unter seinen US-Vortagesschluss gedrückt. Anhaltende Konjunktursorgen in den USA hatten der Gemeinschaftswährung am Morgen noch deutliche Kursgewinne beschert. Händler sagten, die US-Aktienfutures signalisierten eine positive Entwicklung an den US-Börsen und stärkten damit den Dollar.

Reuters FRANKFURT. Allerdings seien die Märkte wegen der schwachen US-Produktionsdaten vom Vortag weiter nervös. Der Handel blicke daher mit Spannung auf den am Nachmittag anstehenden Geschäftsklimaindex der Universität Michigan. Sollte dieser die Erwartung einer US-Konjunkturabkühlung verstärken, könnte das den $ wieder nach unten ziehen. Belastet werde die US-Währung zudem durch den Energienotstand in Kalifornien.

Im Referenzkursverfahren öffentlicher Banken wurde der Euro mit 0,9414 $ festgestellt nach 0,9416 $ am Vortag. Der Dollar kostete mit 2,0776 (2,0771) DM somit kaum mehr als am Vortag. Zur japanischen Währung wurde der Euro mit 111,09 (111,87) Yen ermittelt. Gegen 13.15 Uhr MEZ lag die Gemeinschaftswährung bei 0,9415/18 $ unter ihrem US-Schlusskurs, nachdem sie am Vormittag in der Spitze auf 0,9504 $ geklettert war. Der Yen gewann am Morgen ebenfalls nur kurzfristig an Boden, nachdem die japanische Notenbank den Leitzins unverändert gelassen hatte. Der Dollar notierte zuletzt wieder nahe seines Vorabendschlusskurses mit 117,82/90 Yen nach 117,88/98 Yen am Vorabend in New York.

Händler sagten, im Laufe des Vormittags sei die Stimmung zugunsten des Dollars umgeschlagen, nachdem der S&P-Future mit plus 13,4 Punkten und der Nasdaq-Future mit 65 Punkten deutlich fester tendierten. Die US-Technologiebörse Nasdaq hatte am Vortag gut drei Prozent im Plus auf 2768 Punkten geschlossen. Der Dow-Jones-Index lag zum Handelsschluss 0,9 % im Plus.

Neben der Tendenz an den Aktienbörsen wird Analysten zufolge der für 16.00 Uhr MEZ erwartete Michigan-Geschäftsklimaindex im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Analysten erwarten nach dem starken Rückgang im Vormonat im Dezember wieder einen leichten Indexanstieg auf 99,0 (98,4) Punkte. Ein schwächerer Wert könnte indes den Eindruck einer weiter abflauenden US-Konjunktur verstärken, die Spekulation um deutliche US-Zinssenkungen nähren und damit den Dollar schwächen. "Eine wirklich starke Revision nach unten würde der Wirtschaft nichts Gutes verheißen, weil viel von den Erwartungen (der Unternehmen) abhängt", sagte Mike Maurer, Bond-Stratege bei A.G. Edwards & Sons. Am Vortag hatten bereits überraschen schwache Zahlen zur gewerblichen Produktion in den USA den Dollar belastet.

Auch der Stromnotstand in Kalifornien könnte Händlern zufolge den Markt weiter belasten. Die Lage in dem westlichen Bundesstaat hatte sich am Donnerstag stark zugespitzt, nachdem die Behörden große Teile des Stromnetzes abgeschaltet hatten und der Gouverneur den Notstand ausgerufen hatte. Ausgelöst wurde die Krise dadurch, dass die beiden größten Stromversorger des Staates ihre Kreditverbindlichkeiten bei den Stromerzeugern nicht mehr begleichen konnten.

Eichels Äußerungen ohne Wirkung

Euro-positive Äußerungen von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) ließen die Gemeinschaftswährung dagegen unbeeindruckt. Eichel sagte am Rande von Beratungen der EU-Finanzminister am Freitag in Brüssel, er rechne mit einem stärkeren Wachstum in der Euro- Zone als im Dollarraum. Durch diese Änderung der Fundamentaldaten würden sich alle weiteren Debatten um den Außenwert des Euro erledigen.

Die japanische Währung verzeichnete nach der Entscheidung der japanischen Notenbank, die Leitzinsen unverändert zu lassen, kurzfristige Kursgewinne. Marktteilnehmer sagten jedoch, die Devisenmärkte seien durch widersprüchliche Äußerungen von Notenbankchef Masaru Hayami und Finanzminister Kiichi Miyazawa verwirrt worden. Während Hayami den Yen als zu schwach bezeichnete und damit ein Eingreifen an den Devisenmärkten erwarten lasse, sehe Miyazawa eindeutig keine Notwendigkeit für eine Intervention.

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