Märkte eigentlich überverkauft
Dax-Ausblick: Prinzip Hoffnung

Der Kurssturz vom Mittwoch hat seine Spuren hinterlassen. Die Stimmung an den Märkten bleibt von Verunsicherung geprägt. Als Hoffnungsträger für einen Aufschwung dient mittlerweile sogar die deutsche Nationalmannschaft.

jk/rtr/vwd FRANKFURT/M./DÜSSELDORF. Ein Sieg Völler-Truppe im Endspiel der Fußballweltmeisterschaft am Sonntag könnte nach den Worten des "Wirtschaftsweisen" Jürgen Kromphardt sowohl der deutschen Konjunktur als auch dem Euro einen leichten Schub geben.

Ein bißchen psychologischer Rückenwind täte den Aktienmärkten auch gut. Die meisten Marktteilnehmer verbinden Statements zu einer Kurserholung derzeit ausschließlich mit dem Wort "Hoffnung". Dabei gehen die Meinungen darüber wie tief es zuvor noch gehen auseinander: Einige Marktteilnehmer hoffen, dass der WorldCom-Absturz schon den Boden markiere. Denn im Bereich 3.800 Punkte verläuft beim Dax der langfristige Aufwärtstrend von 1982. Andere hingegen erwarten noch einen Tiefpunkt unter diese Marke, bevor es zu einer Trendwende kommt.

Absturz unter 4000 Punkte durchaus denkbar

Auch die Analysten der Commerzbank bleiben vorsichtig: Derzeit sei nicht absehbar, wann die Anleger wieder Vertrauen in die Börse fassten, heißt es im Freitagsbericht der Bank. Aus charttechnischer Sicht sei ein erneuter Absturz des Dax unter 4000 Punkte denkbar. Zudem drohe der schwache US-Dollar zu einer Belastung für die amerikanische Wirtschaft zu werden, da das zum Ausgleich des Leistungsbilanzdefizits notwendige Auslandskapital möglicherweise nur mit einer Zinsanhebung angezogen werden kann.

Die Aktienbörsen der Eurozone verzeichneten in der abgelaufenen Woche einen turbulenten Verlauf. Im Mittelpunkt stand der Bilanzierungsskandal beim US-Festnetz-Telefonieanbieter WorldCom, wodurch das durch die Enron-Krise bereits angeschlagene Vertrauen in die Bilanzierung der Unternehmen nochmals schwer erschüttert worden ist. Anleger reagierten darauf mit zum Teil panikartigen Verkäufen.

Der Dax fiel zwischenzeitlich unter die Marke von 4000 Punkten, konnte sich aber dann mit der sich abzeichnenden Stabilisierung an Wall Street deutlich erholen. Unter charttechnischen Gesichtspunkten spricht die überverkaufte Situation der Märkte zunächst für eine Fortsetzung der Kurserholung.

Wie weit diese reichen wird, dürfte davon abhängig sein, in welchem Umfang das Sentiment am Aktienmarkt von Problemen der Bilanzierung geprägt bleibt. Sollten größere Skandale ausbleiben, könnte sich schon bald das Interesse auf die fundamentalen Rahmendaten zurück verlagern.

Denn trotz mancher Konjunkturrisiken befindet sich die Wirtschaft seit Jahresbeginn in einer Erholungsphase. Der für Juni gemeldete leichte Rückgang des Ifo-Geschäftsklima-Index steht dem nicht entgegen, zumal lediglich die bereits stark gestiegene Erwartungskomponente korrigiert worden ist. Die Einschätzung der Geschäftslage hat sich demgegenüber verbessert. Positiv ist auch zu beurteilen, dass der Index im verarbeitenden Gewerbe weiter steigt.

Wichtige Termine in der nächsten Börsenwoche:

Weitere Hinweise auf die Lage der Konjunktur wird am Montag der Chicago Fed National Activity Index (CFNAI) Mai geben. Am Mittwoch folgt dann der Auftragseingang der US-Industrie für Mai. Am Donnerstag findet die Ratssitzung der EZB statt. Derzeit erwarten Marktteilnehmer keine Änderung der Leitzinsen. Am gleichen Tag werden die Daten zu den deutschen Auftragseingängen im Mai bekannt gegeben. Am Freitag folgen schließlich die US-Arbeitsmarktdaten Juni.



Gewinneinschätzungen der Helaba-Trust

 

Gewinn je Aktie 02

Gewinn je Aktie 03

Em-pfehlung

Datum Em-pfehlung

adidas Salomon4,605,345,700>23.01.02
Allianz6,712,715,1+(0)>10.06.02

BASF

0,371,952,54+>26.09.01

Bayer

0,891,622,510>02.10.01

BMW

2,782,772,950>23.05.01

Commerzbank

0,170,260,94- (0)>06.06.02

DaimlerChrysler

0,731,863,43->11.02.02
Dt. Bank0,273,965,020>03.05.02
Degussa2,052,192,85-(+)>07.06.01
Dt. Post1,421,301,370>25.09.01
Dt. Telekom-0,31-0,31-0,120>05.03.02

E.ON

3,024,324,95+>06.06.02

Epcos

2,280,470,79->06.05.02

FMC

2,893,714,33+(0)>20.06.02

Henkel

Vz.
3,293,053,37+>08.03.02
HypoVereinsb1,751,601,890>23.05.02

Infineon

-0,92-0,660,10+>25.04.02

Lufthansa

-0,210,461,21+>07.03.02

Linde

2,392,603,130>28.02.02

MAN

1,010,981,620>21.06.02

Metro

1,231,361,620>19.04.02

MLP

Vz.
1,131,361,530>11.02.02
Münchner Rück.1,4111,1013,20+>03.05.02
Preussag1,762,022,58->04.12.01

RWE

2,242,342,540>05.03.02

SAP

Vz.
1,852,323,140 (-)>23.05.02

Schering

2,112,522,92+>09.11.01

Siemens

0,102,553,060>15.03.02
Thyssen Krupp0,580,471,24+>14.11.01

Volkswagen

7,666,587,040>27.06.02



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