Märkte haben Zinssenkung eingepreist
Europäische Börsen tendieren uneinheitlich

Die europäischen Börsen haben am Mittwoch vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed bei umsatzschwachem Handel uneinheitlich tendiert.

Die Gewinnwarnung des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer am Vormittag habe den Markt weitgehend unberührt gelassen, sagten Händler. Die Anleger hätten nach den jüngsten pessimistischen BASF-Prognosen für die Chemiebranche die Bayer-Warnung bereits erwartet. Vor dem gegen 20.15 Uhr MESZ erwarteten Zinsbeschluss der Fed sprachen Händler von einem ruhigen und abwartenden Handel. Analysten erwarten, dass die Fed die Leitzinsen um mindestens 25 Basispunkte zurücknehmen wird, um die weiter schwache Konjunktur zu stützen. Die Märkte haben nach Händlerangaben eine Senkung um 50 Basispunkte eingepreist.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte am frühen Nachmittag mit 0,06 Prozent im Plus bei 3962 Zählern. Der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) fiel dagegen um 0,23 Prozent auf 4134 Punkte. Die wichtigsten US-Trendbarometer, der S&P-Future und der Nadaq-Future, lagen geringfügig im Minus und signalisierten damit einen schwächeren Handelsbeginn in den USA.

Die US-Aktienmärkte waren am Dienstag uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Der Dow-Jones-Index verlor bis Handelsschluss 0,3 Prozent auf 10.472,48 Zähler, während der technologielastige Nasdaq-Index um 0,67 Prozent auf 2064,62 Punkte zulegte.

LONDON - Behauptet mit Erholung bei Banken

Die Londoner Börse hat sich behauptet präsentiert. Der FTSE-Index notierte mit 0,4 Prozent im Plus bei 5578 Punkten, nachdem er am Dienstag noch um 1,9 Prozent auf den tiefsten Stand seit Anfang April gefallen war. Für positive Stimmung sorgten Händlern zufolge die Bankentitel, die sich nach den deutlichen Verlusten vom Vortag wieder erholten. HSBC-Aktien gewannen 2,01 Prozent auf 836 Pence. Deutlich um mehr als sieben Prozent zulegen konnte das Papier des Gasversorgers Lattice, nachdem die britische Energie-Regulierungsbehörde einen Plan verworfen hatte, der den Marktwert des Unternehmens um mehrere Milliarden Pfund verringert hätte.

ZÜRICH - Bei geringen Umsätzen ins Minus gedreht

Die Schweizer Börse ist nach freundlichem Handelsauftakt ins Minus gedreht. Der SMI-Index gab 0,31 Prozent ab und notierte mit 7045 Punkten. Das Geschäft sei mangels Impulsen und fehlenden Kaufinteresses weitgehend ruhig, sagte ein Händler. Technisch scheine eine Erholung auf 7120 Zähler wahrscheinlich. Die Gewinnwarnung von Bayer wirkte sich nach Händlerangaben kaum auf die Pharma-Werte aus. Roche - und Novartis-Titel verloren 1,36 beziehungsweise 0,16 Prozent.

PARIS - Schwächer mit erneutem Minus bei Cap Gemini

Die Kurse an der Pariser Börse haben erneut überwiegend nachgegeben. Der CAC 40-Index verlor 0,48 Prozent auf 5066 Zähler. Die Papiere des Internetberaters Cap Gemini bauten ihren Vortagesverlust von 23 Prozent weiter aus und fielen um 2,41 Prozent auf 83,15 Euro. Einige Broker-Häuser hatten zuvor als Reaktion auf die Gewinnwarnung des Konzerns vom Dienstag ihre Bewertung der Aktie gesenkt. France Telecom-Titel verloren 2,25 Prozent auf 52,15 Euro. Händler sagten, Zeitungsberichte hätten bei den Anlegern wieder die hohe Schuldenlast des Unternehmen in den Mittelpunkt rücken lassen.

MAILAND - Überwiegend fester - Montedison im Fokus

Die Aktienwerte an der Mailänder Börse haben am Dienstag mehrheitlich Kursgewinne verbucht. Der Mib-30-Index legte um 0,47 Prozent auf 36.529 Zähler zu. Im Mittelpunkt des Geschehens stand Händlern zufolge das Papier des Mischkonzerns Montedison, nachdem am Markt weiter über ein mögliches Angebot eines US-Unternehmens spekuliert werde. Die Titel legten um 3,46 Prozent auf 3,05 Prozent zu. Die Aktien der Fluggesellschaft Alitalia stiegen um 6,49 Prozent, nachdem sich das italienische Finanzministerium am Vormittag zuversichtlich über den Fortschritt der Allianzgespräche mit anderen Fluglinien aus Europa und den USA geäußert hatte.

MADRID - Freundlich mit Plus bei BSCH

Die Madrider Börse hat sich freundlich gezeigt. Der Ibex 35-Index notierte mit 0,24 Prozent im Plus bei 8813 Punkten, nachdem er am Dienstag auf den tiefsten Stand seit Ende März gefallen war. Händlern zufolge verlieh die Ankündigung massiver Kosteneinsparungen bei der Bank BSCH den Titeln des Instituts spürbaren Auftrieb. Das Papier gewann knapp zwei Prozent auf 10,72 Euro. "Gute Nachrichten von BSCH", sagte ein Analyst von Safei. Die Aktien von Indexschwergewicht Telefonica verloren dagegen 0,61 Prozent 14,46 Euro.

AMSTERDAM - Von Buhrmann belastet

Die Aktienwerte an der Amsterdamer Börse haben überwiegend leichter tendiert. Der AEX-Index gab um 0,45 Prozent nach und notierte mit 557 Punkten. Nach der zweiten Gewinnwarnung des Büroausstatters Buhrmann in diesem Jahr verloren die Titel des Konzerns 32 Prozent auf 10,09 Euro. Dieses Minus drückte Händlern zufolge auch den Aktienkurs der Handelsfirma Hagemeyer. Das Papier gab knapp sieben Prozent nach. "Hagemeyer geht immer zusammen mit Buhrmann in den Keller", sagte ein Händler.

WIEN - Im Minus - Allzeit-Tief bei Libro

Die Wiener Börse hat sich leichter gezeigt. Der ATX verzeichnete einen Abschlag von 0,61 Prozent bei 1228 Punkten. Erneut unter Druck geriet das Papier der hoch verschuldeten Medienhandelskette Libro. Es verlor bis zum Mittag 7,5 Prozent auf 3,70 Euro, nachdem es zuvor bereits auf ein Allzeit-Tief bei 2,95 Euro gefallen war. Es werde spekuliert, dass die Gläubigerbanken von Libro das aktuelle Bieterkonsortium ablehnten, sagten Händler. Die Zukunft des Konzerns sei damit weiter ungewiss. Dies habe den Kurs belastet.

BRÜSSEL - Bei ruhigem Handel kaum verändert

Die Börse in Brüssel hat bei ruhigem Handel kaum verändert tendiert. Der Bel 20-Index gewann 0,1 Prozent auf 2837 Punkte. "Es gibt kaum Höhepunkte und die Umsätze sind sehr gering", sagte ein Händler. Der Markt warte gespannt auf die Fed-Entscheidung. Anleger flüchteten verstärkt in weniger schwankungsanfällige Papiere. Davon profitiere vor allem die Aktie des Brauereikonzerns Interbrew, die um 1,04 Prozent auf 31,06 Euro zulegte.

STOCKHOLM - Von Indexschwergewicht belastet

Die Stockholmer Börse hat bei umsatzschwachem Handel leichte Kursverluste verzeichnet. Der OMX-Index fiel um 0,42 Prozent auf 845 Zähler. Etwas getrübt wurde die Stimmung Händlern zufolge von dem knapp einprozentigen Minus beim Papier des Indexschwergewichts Ericsson.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%