Märkte reagieren auf Beige Book
Geschäftswarnungen trüben Handel an der Wall Street

Die Wall Street hat am Mittwoch auf Grund der Geschäftswarnungen einiger US-Konzerne und Sorgen über die US-Konjunktur schwächer geschlossen. Das Börsendebut des größten amerikanischen Lebensmittelkonzerns Kraft ließ auch keine bessere Stimmung aufkommen.Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte ging daraufhin 0,7 % tiefer bei 10 871,62 Punkten aus dem Handel, während der technologielastige Nasdaq-Index seine im Tagesverlauf verbuchten Verluste weiter ausbaute und 2,23 % im Minus bei 2121,63 Punkten schloss. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 1,14 % auf 1241,59 Zähler.

dpa/rtr NEW YORK. Die Marktteilnehmer hätten realisiert, dass es noch einige Zeit dauern werde bis eine Trendumkehr der wirtschaftlichen Entwicklung erreicht sei, sagten Analysten. So hat sich dem am heutigen Mittwoch veröffentlichen Beige Book der Fed zufolge die wirtschaftliche Aktivität im April und Mai in den meisten Distrikten der US-Notenbank kaum verändert oder sei rückläufig gewesen. Die Produktion des verarbeitenden Gewerbes sei in den Monaten April und Mai rückläufig gewesen oder habe auf einem schwachen Niveau verharrt, hieß es.

Der Markt müsse zudem widersprüchliche Konjunkturzahlen verdauen, sagten Händler. Der Einzelhandelsabsatz fiel schwächer als von den meisten Experten erwartet aus. Gleichzeitig stiegen die Importpreise stärker als prognostiziert.

Der bevorstehende dreifache Hexensabbat habe darüber hinaus für große Volatilität gesorgt, sagten Händler. Am Freitag laufen Futures, Index-Optionen und Aktien-Opionen aus.

Eine Gewinnwarnung kam vom drittgrößten US-Hersteller für Haushaltgeräte Maytag . Das Unternehmen teilte mit, das Ergebnis im zweiten Quartal werde voraussichtlich rund 25 % unter den Erwartungen liegen, worauf die Aktie 0,95 % auf 32,17 $ nachgab. Auch der Kontaktlinsen-Hersteller Bausch & Lomb erwartet nach eigenen Angaben weniger Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal. Das Papier beendete den Handel mit einem Minus von 2,73 % auf 43,77 $.

Bei den Standardwerten fielen General Electric (GE) 1,89 % auf 47,85 $. Nach Angaben aus mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen traf sich GE-Vorstandschef Jack Welch am Mittwoch mit EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti, um über die Auflagen für die Genehmigung der von GE geplanten Übernahme der Honeywell International zu diskutieren. Am Abend hieß es, das Treffen habe kein Ergebnis gebracht.

Kraft starten mit Gewinn

Mit Spannung wurde die Erstnotierung der Papiere des größten US-Nahrungsmittelkonzerns Kraft Foods erwartet. Kraft-Aktien wurden zu 31 US-Dollar je Stück angeboten. Die Aktien stiegen an ihrem Handelstag auf 31,25&nbps;$. Kraft hat bei seinem Börsengang insgesamt 8,7 Mrd. $ eingenommen. Dies war der zweithöchste Betrag, den ein US-Unternehmen je bei einem Börsengang bekommen hat. Die Aktien des Mutterkonzerns Philip Morris verloren hingegen 2,63 % auf 47,81 $.

Lucent Technologies büßten 8,82 % auf 7,24 $ ein. Die Rating-Agentur Standard&Poor's (S&P) hatte die langfristige Kreditwürdigkeit des US-Telekomausrüsters herab gestuft.

Cisco Systems verloren 6,63 % auf 19,02 $. ABN Amro-Analysten hatten ihre Umsatz- und Gewinnprognose für den Netzwerkausrüster nach unten korrigiert.

Microsoft kann von Gerüchten um Gerichtsurteil nicht profitieren

Das US-Softwareunternehmen Microsoft wird laut Presseberichten offenbar nicht zerschlagen. Ein Revisionsgericht werde noch in der laufenden Woche das Spaltungsurteil aus dem vergangenen Jahr aufheben oder zumindest abschwächen, prognostizieren Beobachter. Die Aktie verlor 1,93 % auf 70,69 $.

Zu den Gewinnern zählten Apple Computer, die um 0,79 % auf 20,47 $ zulegten. Die Analysten von Goldman Sachs hatten zuvor ihre Anlageempfehlung "Market Outperformer" für den Computer-Hersteller bekräftigt. Für die nächsten sechs Monate bescheinigten sie der Aktie ein Aufwärtspotenzial von 25 % bis 30 %.

Der Internethändler Amazon.com Inc will mit dem Verkauf von CDs, Videos und DVDs über seine japanische Internetseite beginnen und hofft in die Profitabilitätszone zu kommen. Amazon sanken dennoch deutlich um 3,55 % auf 14,12 $.

Bei Umsätzen von rund einer Milliarde Aktien schlossen an der Wall Street 1521 Titel im Plus und 1561 im Minus. An der Nasdaq wechselten insgesamt rund 1,5 Mrd. Papiere den Besitzer. Dabei überwogen die Verlierer die Gewinner im Verhältnis 20 zu 17.

Am US-Anleihenmarkt notierten die richtungweisenden 30-jährigen Bonds 5/36 tiefer und erbrachten eine Rendite von 5,663 %.

Der Rentenmarkt war kaum verändert. Der Euro notierte mit 0,85340 Dollar gegenüber 0,85360 Dollar am Vortag. Ein Dollar kostete 2,2995 DM gegenüber 2,2917 DM am Dienstag.

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