Märkte tendieren schwach
Europäische Börsen warten auf US-Zahlen

Die europäischen Börsen haben am Mittwoch teilweise deutlich schwächer tendiert. Händler begründeten dies unter anderem mit der Zurückhaltung vieler Anleger vor der Veröffentlichung der Ergebnisse von Motorola und Yahoo!. Die Zahlen seien sehr wichtig für die Richtung der Nasdaq und die Stimmung der gesamten Technologiebranche, hieß es.

rtr FRANKFURT. Eigene Impulse gebe es kaum. Ein weiterer Belastungsfaktor waren nach Aussagen von Experten die rückläufigen Terminkontrakte auf die US-Indizes.

Der technologielastige Nasdaq-Index hatte am Dienstag um 1,89 Prozent auf 2441,30 Punkte zugelegt. Der Dow Jones ging mit einem Minus von 0,46 % bei 10.572,55 Zählern aus der Sitzung. Der Nasdaq - und der S&P-Future deuten mit einem Minus von 27 Punkten auf 2299 Zähler beziehungsweise 5,20 Punkten auf 1304,30 Zähler auf eine leichtere Eröffnung der Wall Street hin. Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz verlor bis gegen 13.55 Uhr 0,58 % auf 4382,20 Punkte, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 0,96 % auf 4597,80 Punkte nachgab.

London: BAe und Vodafone belasten

An der Londoner Börse wurde nach Händlerangaben der Markt vom Kurseinbruch bei British Aerospace (BAe) und den erneuten Verlusten von Vodafone belastet. BAe brachen nach einer deutlichen Herabsetzung der Gewinnprognosen durch eine Investmentbank um 25,28 Prozent auf 266-1/2 Pence ein. Vodafone litten Marktteilnehmern zufolge unter der jüngsten Serie von Negativmeldungen und verbilligten sich um 2,39 Prozent auf 214-3/4 Pence. Der FTSE gab um 0,36 Prozent auf 6066,4 Punkte nach. Gegen den Trend legten Dixons nach guten Umsatzzahlen um 6,83 Prozent auf 266-2/5 Pence zu.

Zürich: Nestle belastet

Die Schweizer Börse wurde nach Aussagen von Marktteilnehmern von den schlechten internationalen Vorgaben und den Verlusten bei Nestle unter Druck gesetzt. Der SMI tendierte gegen Mittag 1,02 % niedriger bei 7876,40 Zählern. Bei Nestle sorgte die Streichung von der Empfehlungsliste einer US-Bank für die Verkäufe, hieß es. Die Aktie büßte 2,6 % auf 3480 sfr ein. Finanzwerte setzten unterdessen ihre Abwärtsbewegung vom Vortag fort. UBS verbilligten sich um 1,27 Prozent auf 273 sfr.

Paris: "Old Economy" unter Druck

In Paris standen die Titel der traditionellen Branchen ("Old Economy") unter Druck, während sich die am Vortag vermehrt verkauften Technologie-Titel nur vereinzelt erholen konnten. Der CAC40 büßte 0,56 % auf 5631,37 Punkte ein. Air Liquide verbilligten sich nach der Herabstufung mehrerer US-Konkurrenten um 3,4 % auf 156,50 Euro. Kräftige Verluste verbuchten auch Societe Generale oder Suez Lyonnaise. Die Aktien gaben 2,48 % auf 68,90 Euro beziehungsweise 1,91 % auf 185 Euro ab. Unter den Technologiewerten erholten sich Cap Gemini um 2,35 % auf 174 Euro, während STMicroelectronics 2,99 % Prozent auf 41,86 Euro einbüßten. EADS legten nach dem Erhalt eines Großauftrages um 3,5 % auf 22,77 Euro zu.

Mailand: Enel nach Wettbewerbs-Kritik unter Druck

Unter den italienischen Aktienwerten standen die Versorger unter besonders starkem Druck. Zuvor hatte der oberste italienische Wettbewerbshüter Enel kritisiert, das Unternehmen sei international nicht wettbewerbsfähig. Die Aktie rutschte um 1,63 % auf 3,87 Euro ab. Der Mib30 lag am Mittag 0,61 % im Minus bei 42 536 Punkten. Seat und Tiscali setzten unterdessen ihre Aufwärtsbewegung vom Vortag fort und verteuerten sich um 1,88 % auf 1,95 Euro beziehungsweise um 6,92 % auf 15,25 Euro.

Madrid: Spekulationen um Terra Lycos

An der madrilenischen Börse haben die Aktienkurse nach einem freundlichen Start ins Minus gedreht. Der Ibex büßte bis zum Mittag 0,1 % auf 9573,9 Zähler ein. Die Stimmung am Markt werde von der Unsicherheit über die Entwicklung der US-Konjunktur bestimmt, sagten Händler. Das Schwergewicht Telefonica gab um 0,37 % auf 18,64 Euro nach. Die seit einigen Tagen im Zentrum von Fusionsspekulationen stehenden Terra Lycos und TPI festigten sich um 1,01 % auf 13,03 Euro beziehungsweise um 0,78 % auf 6,44 Euro.

Amsterdam: Warten auf US-Firmenergebnisse

Die niederländischen Anleger hielten sich nach Händlerangaben zurück und warteten gespannt auf die Veröffentlichung der amerikanischen Unternehmensergebnisse. Der AEX verlor 0,34 % auf 630,92 Punkte. Angesichts fehlender klarer Richtungsvorgaben präsentiere sich der Markt uneinheitlich. Während sich Philips und ASM Lithography um 1,61 % auf 41,01 Euro beziehungsweise um 1,86 % auf 25,85 Euro verbilligten, stiegen UPC und KPN um 4,2 % auf 11,66 Euro beziehungsweise um 1,86 % auf 15,90 Euro.

Wien: Bei geringen Umsätzen lustlos

Die österreichischen Aktienwerte tendierten bei geringen Umsätzen leichter. Händler charakterisierten den Geschäftsverlauf als lustlos. Der ATX ging um 0,62 % auf 1070,58 Zähler zurück. Belastend wirkten sich die Verluste von Bank Austria aus, die im Zuge der Verluste ihres Fusionspartners HypoVereinsbank nachgaben, hieß es. Die Aktie verbilligte sich um 2,58 % auf 60,40 Euro. Libro setzten ihre Talfahrt fort und verloren 15,79 % auf 11,20 Euro. Austria Tabak legten dagegen nach positiv aufgenommenen Umsatzzahlen um 0,85 % auf 59 Euro zu.

Brüssel: Über Tagestief im Minu

In Brüssel tendierte der Bel20 über dem Tagestief in negativem Territorium und lag am Mittag 0,33 % niedriger bei 2991,04 Punkten. Der Gesamtmarkt hänge stark von der Kursentwicklung der Schwergewichte Fortis und Dexia ab, sagten Händler. Beide Titel erholten sich im Tagesverlauf von ihren anfänglichen Verlusten. Fortis notierte 0,23 % leichter bei 35,26 Euro und Dexia 0,11 % niedriger bei 185 Euro.

Stockholm: Nokia und Ericsson belasten erneut

Die Stockholmer Börse wurde nach Angaben von Marktteilnehmern erneut von den herben Verlusten der Schwergewichte Nokia und Ericsson belastet. Die Aktien verbilligten sich um 1,51 % auf 358 skr beziehungsweise um zwei Prozent auf 98 skr. Der OMX gab ein Prozent auf 1032 Zähler nach. Am Vortag waren Nokia eingebrochen, nachdem das Unternehmen Absatzzahlen unter den Erwartungen der Analysten veröffentlicht hatte. Telia festigten sich um 3,77 % auf 55 skr. Presseberichten zufolge ist eine Zusammenlegung der skandinavischen Mobilfunkaktivitäten mit Tele Danmark möglich. Außerdem gab es mehrere Heraufstufungen von Analysten.

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