Märkte verunsichert
Öltitel und Greenspan belasten europäische Börsen

Reuters. Die europäischen Börsen haben den Handel am Mittwoch mehrheitlich schwächer beendet. Vor allem Öl- und Energiepapiere gaben nach, nachdem bekannt wurde, dass die USA planen, ihre Ölreserven aufzustocken. Händler sagten, Äußerungen des US-Notenbankchefs Alan Greenspan zu möglichen weiteren Zinssenkungen hätten die Märkte zudem verunsichert. "Sollte Greenspan die Zinsen weiter senken, könnte man denken, dass es sich derzeit sogar um eine Rezession in den USA handelt", sagte Stefan Buchholz von der DG Bank. Greenspan hatte am Nachmittag (MEZ) bei seiner an den Märkten mit Spannung erwarteten Anhörung vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses in Washington weitere Zinsschritte in Aussicht gestellt, sollte die Konjunkturabschwächung die Erwartungen übertreffen.

Die bisherigen Zinssenkungen und niedrigere Steuern sollten der Konjunktur jedoch im Jahresverlauf helfen, fügte Greenspan hinzu. Die US-Notenbank hat in diesem Jahr bereits sechs Mal die Leitzinsen um insgesamt 275 Basispunkte auf 3,75 Prozent im Schlüsselzins gesenkt, um die US-Wirtschaft vor einer Rezession zu bewahren.

Die US-Aktienmärkte tendierten im späten Geschäft schwächer. Kurz vor Börsenschluss in Frankfurt notierte der Dow-Jones-Index 0,65 Prozent tiefer bei 10.537 Punkten. Die US-Technologiebörse Nasdaq gab um mehr als zwei Prozent auf 2023 Zähler nach.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz fiel um rund 1,5 Prozent auf 3766 Zähler, der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) rutschte um 2,16 Prozent auf 3909 Punkte.

LONDON - FTSE-Index tiefer

An der Londoner Börse ist der FTSE-100-Index gefallen. Das Börsenbarometer gab um 0,43 Prozent auf 5404 Punkte nach. Die Papiere der Ölkonzerne zogen das Interesse der Anleger aus sich. BP verloren 3,3 Prozent auf 547 Pence. Shell-Aktien gaben um fast vier Prozent nach. Zu den Verlieren zählte auch Kabelbetreiber Telewest. Die Papiere fielen um mehr als zehn Prozent.

ZÜRICH - Leichter - Swissair heben ab

Die Titel von Swissair waren in einem von Schwäche geprägten Gesamtmarkt das Highlight bei den Schweizer Aktien. Die Aktien des Luftfahrtkonzerns begrüßten die Beilegung des Streits zwischen Swissair und Belgien um die Zukunft der angeschlagenen Fluglinie Sabena mit einem Kursfeuerwerk; Swissair stiegen zeitweise knapp 21 Prozent. Der breite Markt hingegen bröckelte bei weiter zurückhaltend agierenden Anlegern ab. Der SMI der an der virt-x gehandelten Schweizer Standardwerte schloss 0,64 Prozent im Minus bei 6857,6 Punkten.

PARIS - Im Minus

In Paris präsentierte sich die Börse leichter. Der CAC-Index für die 40 größten Unternehmen fiel um 2,23 Prozent auf 4867 Punkte. Vor allem die Titel des Ölkonzerns TotalFinaElf standen mit Kursverlusten im Mittelpunkt. Deren Papiere fielen um fast fünf Prozent auf 151,20 Euro, nachdem bekannt geworden war, dass die USA ihre Ölreserven aufstocken werden. Zudem drückten niedrigere Brent-Futures den Wert, sagten Händler.

MAILAND - Neues Jahrestief

Der MIB30-Index markierte ein Jahrestief. Das Börsenbarometer schloss bei 35.351 Punkten mit 1,22 Prozent im Minus, nachdem es im Tagesverlauf bei 35.175 Punkten ein neues Jahrestief erreicht hatte. Betroffen vom Abwärtstrend waren vor allem Energieaktien. So verloren die Papiere des Öl- und Gaskonzerns ENI 2,92 Prozent und kosteten 13,05 Euro. Ebenfalls verbilligt haben sich die Papiere von Telecom Italia, nachdem das Bankhaus UBS Warburg die Titel heruntergestuft hatte.

MADRID - Deutlich schwächer

Die Börse in Madrid schloss mit Kursverlusten. Der Ibex-Index fiel um 1,9 Prozent auf 8210 Zähler. Die Titel von Telefonica und der Banken gaben deutlich nach, was Marktteilnehmer auf die Finanzkrise in Lateinamerika zurückführten. Viele spanische Unternehmen sind geschäftlich in der Region engagiert.

AMSTERDAM - UPC brechen ein

An der Amsterdamer Börse sind die Kurse gefallen. Der AEX-Index rutschte um 1,02 Prozent auf 546 Punkte. Im Mittelpunkt standen die Werte von UPC, die um 36,7 Prozent auf 0,95 Euro fielen. Händler, sagten am Markt gebe es Zweifel, ob der hoch verschuldete Konzern überleben werde.

WIEN - Schwächer bei lustlosem Handel

An der Börse in Wien standen die Titel von Telekom Austria im Mittelpunkt. Händler sagten, es gebe Spekulationen, wonach sich der Konzern für den Internetarm lion.cc der Libro AG interessiert. Nach Angaben eines Händlers wird der Markt das in keinem Fall gut heißen. "lion.cc hat Libro schon genug Geld gekostet", sagte der Händler. "Wenn die Telekom 2002 wirklich den break even erreichen will, halte ich einen Kauf von lion.cc nicht für schlau". Es komme zwar auch auf die Kaufbedigungen an, aber die Auswirkungen auf den Telekom-Kurs wären wohl klar negativ. Der ATX schloss bei 1216,24 Punkte 0,05 Prozent höher.

BRÜSSEL - Leichtes Plus

Bei geringen Umsätzen an der Brüsseler Börse hat der Bel20-In dex mit einem leichten Plus von 0,12 Prozent auf 2948 Punkten behauptet geschlossen. Indexschwergewicht Electrabel legte um 0,82 Prozent auf 245 Euro zu. Die Papiere des Finanzdienstleisters Fortis, ebenfalls ein Indexschwergewicht, verteuerten sich um 0,27 Prozent auf 30,13 Euro.

STOCKHOLM - Leichter

Im Trend der meisten anderen Handelsplätze hat die Stockholmer Börse leichter tendiert. Der OMX-Index lag am Abend bei 813 Punkten und verzeichnete damit ein Minus von 1,6 Prozent. Die Aktien des Börsenschwergewichtes Ericsson fielen um mehr als vier Prozent. Anleger seien vor der Bekanntgabe vor den Quartalszahlen des Konkurrenten Nokia nervös, da dieser möglicherweise eine Gewinnwarnung ausgeben könnte, sagte ein Händler.

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