Märkte von morgen
Auf der Spur des großen Geldes

Die Globalisierung prägt nicht nur das Wirtschaftsgeschehen, sie schlägt auch auf die Portfolios durch: Die Staats- und Pensionsfonds besitzen gewaltige Vermögen, die sie weltweit anlegen wollen. Investoren können von den neuen Strategien der Superfonds profitieren.

DÜSSELDORF. Wahrlich keine Kleinigkeit: 5 000 000 000 000 US-Dollar, eine Zahl mit zwölf Nullen: Auf diese gewaltige Summe von umgerechnet 3,6 Billionen Euro dürften die Vermögen der sogenannten Staatsfonds schon in den nächsten fünf Jahren anschwellen, schätzen die Experten des US-Investmentbank Morgan Stanley.

Angelegt zu einem Zins von fünf Prozent liefert diese Summe einen Zinsertrag von knapp 500 Millionen Euro – und das an jedem einzelnen Tag. Es geht um jene Mittel, die immer mehr Länder dank rasantem Wachstum, Exporten sowie Einnahmen aus dem Ölverkauf abzweigen und mit in nationale Fonds stecken, um Zukunftsvorsorge zu betreiben. Es geht um die neuen Stars in der globalen Investmentlandschaft, um die Vereinigten Arabischen Emirate, Singapur und China.

Und es geht, glaubt man Steffen Kern, Ökonom bei Deutsche Bank Research, um nicht weniger als einen Paradigmenwechsel an den globalen Kapitalmärkten. „Die aufstrebenden Staaten werden wohlhabend und haben die Handlungsmöglichkeit von Industrieländern“, sagt er. Die Situation ist ungewohnt und intuitiv schwer verständlich: Früher degradierten die entwickelten Länder die Dritte Welt zum Kreditnehmer und zum Produktionsstandort billiger Konsumgüter. Heute häufen die einst belächelten Staaten Reichtümer an – und treten nun rund um den Globus als Investoren auf.

Was in den exportstarken und ölreichen Staaten an Vermögen heranwächst, sucht Anlagemöglichkeiten auf den internationalen Kapitalmärkten. Die Globalisierung prägt nicht nur das Wirtschaftsgeschehen, sondern schlägt auch auf die Portfolios durch. Für die großen Kapitalsammelstellen heißt das: Sie werden ihre ursprüngliche Konzentration auf die heimatlichen Anlagemärkte sukzessive aufgeben. Angesichts der Beträge ist das keine Taktik, sondern schiere Notwendigkeit: Die Streuung der Risiken durch internationale Anlage und Verteilung der Mittel auf verschiedene Investments wird zum durchgehenden Handlungsmotiv. Das gilt für Staatsfonds, die nationale Überschüsse verwalten, wie für klassische Pensionsfonds. Die 300 größten Pensionskassen und Staatsfonds weltweit haben bereits im vergangenen Jahr nach Berechnungen der Consultingfirma Watson Wyatt ein Vermögen von 7,4 Billionen Euro verwaltet.

Für Experten ist es nicht einfach, zu identifizieren, in welche Regionen und welche Wirtschaftssektoren diese Gelder fließen dürften. Mindestens zwei Ziele haben sie jedoch übereinstimmend ausfindig gemacht. „Als ganz grobe Themen erkenne ich Emerging Markets und Infrastruktur“, sagt Christian Hefti, Leiter Wealth Management Research Deutschland bei der Schweizer Großbank UBS. Ähnlich argumentieren Experten von Calpers, dem Vorsorgefonds für die Staatsdiener Kaliforniens. Calpers verwaltet umgerechnet rund 180 Milliarden Euro, sieht sich gerne als Vorreiter der Branche - und setzt gerne den Fuß in eher ungewohnte Investmentterritorien. Bereits seit dem Jahr 2002 diversifiziert Calpers das eigene Vermögen mit Hedgefonds. Nun geht der Pensionsfonds einen Schritt weiter.

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