Märkte warten gespannt auf mögliche Zinshinweise Greenspans

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Märkte warten gespannt auf mögliche Zinshinweise Greenspans

Die internationalen Finanzmärkte warten gespannt auf die für Freitagabend angesetzte Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan. Experten versprechen sich vom Fed-Präsidenten Signale dafür, dass einer der aggressivsten Zinssenkungszyklen in der Geschichte der USA kurz vor dem Ende steht oder dieses bereits erreicht hat.

Reuters LONDON/SAN FRANCISCO. Es wird damit gerechnet, dass Greenspan in seiner Rede vor Firmenmanagern in San Francisco die ersten substanziellen Äußerungen zum Konjunkturausblick seit Oktober machen wird. An den europäischen Aktienmärkten, die zu Redebeginn (kurz vor 20.00 Uhr, MEZ) bereits größtenteils geschlossen sein werden, und den Devisenmärkten zeigten sich die Anleger Händlern zufolge abwartend. Diese Haltung werde wohl zunächst auch den Handel an der Wall Street prägen.

Nach überwiegender Einschätzung der Marktteilnehmer wird der für die Zinspolitik zuständige Fed-Offenmarktausschuss (FOMC) bei seinem nächsten Treffen am 29./30. Januar die Zinsen entweder gar nicht mehr oder allenfalls ein letztes Mal im aktuellen Zyklus um weitere 0,25 Prozentpunkte senken. Im vergangenen Jahr hatte die US-Notenbank in Reaktion auf den drastischen Konjunkturabschwung in der weltweit größten Volkswirtschaft den maßgeblichen Leitzins in elf Schritten auf 1,75 Prozent zurückgenommen. Dies ist das niedrigste Zinsniveau in den USA seit 40 Jahren. Experten sehen inzwischen erste Anzeichen, dass die Rezession in den USA ihren Tiefpunkt hinter sich hat.

An den europäischen Aktienmärkten sprachen Händler am Freitag von einem nervösen Handel vor der Greenspan-Rede. Die meisten Analysten rechneten mit einer Zinssenkung um einen viertel Prozentpunkt, sagte Krijn Moens von Eureffect in Amsterdam. "Doch ich zögere noch etwas, weil wir in den makroökonomischen Daten einige Anzeichen von Erholung sehen, und ich kann mir vorstellen, dass Greenspan noch ein wenig abwarten wird." Der Eurotop-Index 300 führender europäischer Standardwerte notierte gegen 14.55 Uhr mit 0,38 Prozent im Plus auf 1 241 Zählern, der Euro-Stoxx-50-Index 0,45 Prozent höher auf 3683 Punkten. In Frankfurt tendierte der Deutsche Aktienindex (Dax) 0,24 Prozent leichter auf 5 215 Zählern.

Auch an den Devisenmärkten verhielten sich die Anleger Händlern zufolge vorsichtig. "Der Dollar wartet auf Greenspan", sagte Jeremy Hawkins, Volkswirt bei der Bank of America. Der US-Notenbankchef müsse einen schmalen Grat beschreiten. Einerseits gelte es, die Wirtschaft gut zu reden, ohne andererseits jedoch heftige Reaktionen an den Rentenmärkten zu provozieren. "Die Leute scheinen nicht zu wissen, ob sie derzeit Euro/Dollar kaufen oder verkaufen sollen", sagte Hawkins. Gegen 14.55 Uhr (MEZ) blieb die Gemeinschaftswährung zum Yen und zum Dollar stabil bei 117,84/87 Yen beziehungsweise 0,8920/22 Dollar. Die US-Valuta notierte zur japanischen Währung leicht schwächer als am Vortag mit 132,09/14 Yen.

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