Maffay-Songs als Download
BMG startet Pilotprojekt

300 Musiktitel sollen im Internet ab September abrufbar sein.

Ein Ruck geht durch die deutsche Musikindustrie. Trotz aller noch bestehenden Bedenken und Risiken startet die BMG Entertainment, München, im September den angekündigten kommerziellen Musikvertrieb im Internet. Im Rahmen der Musikmesse Popkomm in Köln stellte BMG-Deutschland-Chef Thomas Stein das Projekt vor, das in Zusammenarbeit mit dem Internet-Provider Lycos Europe und Digital World Services, New York, betrieben wird.

Noch wird auf kleiner Flamme gekocht: rund 300 Titel aus dem BMG-Fundus sollen in einer zweiten Ausbauphase auf der Seite www.musicdownload24.de abrufbar sein, gestartet wird mit knapp 100 Titeln, darunter Songs von Peter Maffay, Guano Apes oder Him. Erstmals wird laut BMG-Chef Stein auch "Pay per Play" möglich sein. Für einen Betrag zwischen 29 und 49 Pfennigen - ja nach Aktualität - kann ein Lied genau einmal angehört werden. Für den Kauf eines Liedes wird zwischen 2,99 DM und 4,99 DM verlangt. Eine selbst zusammengestellte virtuelle Top-Hit-CD würde als bei zehn Liedern maximal knapp 50 DM kosten, wobei der Preis für die Datenübertragung noch dazu kommt. Allerdings hat der Käufer dann auch wirklich nur die Lieder, die er haben wollte. Bei lediglich rund 300 Titeln Auswahl, darunter laut Stein viele unveröffentlichte Songs und Remixes, also nicht die Top-Renner wie Santana oder Lou Bega, wird es allerdings zunächst ziemlich schwer fallen, sich eine echte "Traum-CD" zusammen zu stellen.

Um den Service nutzen zu können, muss eine spezielle Player- und Decoder-Software installiert werden, die auf einer CD zusammen mit einen Internet-Zugang von Comundo (Lycos) ausgeliefert wird. Zum einen, um so die Kopiersicherheit zu gewährleisten, zum anderen, um durch den CD-Versand die Teilnahme an dem Pilotprojekt auf Deutschland zu begrenzen. Zur Komprimierung wird der Audio-Kodex AAC verwendet, eine Weiterentwicklung von MP3. Als Abspiel-Software wird ein Sonique-Spieler eingesetzt. Digital World Services übernimmt die komplette Verwaltung der Urheberrechte und fungiert als eine Art Clearinghaus zwischen Kunde und BMG. Bezahlt wird per Lastschrift, der Kunde muss bei der Registrierung eine Bankverbindung in Deutschland angeben.

Für Lycos-Europe -CEO Christoph Mohn ist Musicdownload24 ein wichtiges Pilotprojekt, um sein Online-Portal stärker auf E-Commerce auszurichten. Das Research-Institut Jupiter Communications, zitiert er eine aktuelle Studie, schätze, dass im Jahr 2005 allein in Amerika 76 Mill. Nutzer für über 5 Mrd.$ Musik im Internet erwerben werden. Da will Lycos-Europe unbedingt dabei sein, wenn dieser Trend nach Europa rüber schwappt.

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