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Magath freut sich auf «neue Dimension»

Stuttgart (dpa) - Die Vorfreude auf die neue Herausforderung beim FC Bayern München ist genauso groß wie der Ehrgeiz, dem VfB Stuttgart ein zukunftsträchtiges Erbe zu hinterlassen.

Beim Bundesliga-Finale steht Felix Magath noch einmal im Rampenlicht, ehe er sich mit seinem künftigen Arbeitgeber trifft, um die Planungen für die neue Saison abzusprechen und dann in den Urlaub fliegt. «Ich bin mir dessen bewusst, dass ich als Trainer in eine neue Dimension komme», sagte der Nachfolger von Ottmar Hitzfeld. Ausgerechnet den Münchnern will der VfB-Teammanager in seinem «Endspiel» in Leverkusen noch die direkte Qualifikation zur Champions League streitig machen.

Wer glaubt, dass Magath am letzten Spieltag nur an seinen neuen Verein denkt, wird in energischem Ton eines Besseren belehrt. «Der FC Bayern interessiert mich momentan nicht. Jeder normal denkende Mensch muss doch darauf kommen, dass ich als Vizemeister in München antreten möchte. Dann ist es doch viel einfacher, wenn ich mich dort bei den Spielern vorstelle», betonte der 50-Jährige.

Für die Schwaben geht es um Millionen. «Im UEFA-Cup muss man sich weit nach vorne arbeiten, bevor man Gewinn macht», erklärte Finanzchef Ulrich Ruf. Eine Niederlage und der Rückfall auf den vierten Platz wäre eine herbe Enttäuschung nach einer so furiosen Saison. Doch Magath will nicht nur Dritter werden, «sondern Zweiter». Dann würde der VfB zusammen mit Meister Werder Bremen den Löwenanteil von etwa 23 Millionen Euro, die die Europäische Fußball-Union (UEFA) an die deutschen Champions-League-Teilnehmer ausschüttet, kassieren.

Wenn die Stuttgarter sich als Bundesliga-Dritter für die Königsklasse qualifizieren, können sie mit etwa 8 Millionen rechnen. Für Magath ist der Verein mit seiner Entwicklung auf dem richtigen Weg, aber noch nicht am Ziel: «Um einen Verein wie den VfB ganz nach oben zu bringen, bedarf es größerer Unterstützung - vom Land, von der Stadt und von der Wirtschaft.»

In München hat Magath künftig die besten Voraussetzungen und ihm ist auch nicht Bange vor den mächtigen Bossen Uli Hoeneß, Franz Beckenbauer und Karl-Heinz Rummenigge: «Ich freue mich darauf, endlich mit einer Vereinsführung zusammenzuarbeiten, die ein enormes Fachwissen hat». Diese Aussage darf durchaus auch als Kritik an dem VfB mit seinem Mini-Vorstand und einem Quereinsteiger aus der Wirtschaft, dem früheren IBM-Manager Erwin Staudt, verstanden werden.

Zu Magaths Amtsantritt am 24. Februar 2001 hatte der Club «Schwierigkeiten, die Rechnungen zu zahlen». Dann rettete der frühere Hamburger Profi den VfB vor dem Abstieg, übernahm nach Rolf Rüssmanns Rausschmiss auch den Managerposten, führte die Mannschaft in die Champions League und die Talente Andreas Hinkel, Kevin Kuranyi und Philipp Lahm in die Nationalmannschaft.

Die Doppelbelastung, kritisierte er jedoch deutlich, «ging zu Lasten meines Privatlebens». Beim VfB werden sie Magath als einen hoch professionellen und zu den Spielern distanzierten Trainer in Erinnerung behalten. Bald darf man sich in München an «Magaths Teatime» gewöhnen: Bei einer Tasse Pfefferminztee offenbart der einstige Spielmacher am besten seine ironische Ader.

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