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Maier-Reaktion: Werden Kahn stark machen

Sepp Maier fühlt sich nach der Trennung vom DFB besonders angestachelt und will aktiv in den WM-Konkurrenzkampf im deutschen Tor eingreifen. Der Ex-Bundestorwart- Trainer wird nun alles dafür tun, damit sein Intimus Oliver Kahn die Position als Nummer eins verteidigt.

dpa BERLIN. Sepp Maier fühlt sich nach der Trennung vom DFB besonders angestachelt und will aktiv in den WM-Konkurrenzkampf im deutschen Tor eingreifen. Der Ex-Bundestorwart- Trainer wird nun alles dafür tun, damit sein Intimus Oliver Kahn die Position als Nummer eins verteidigt.

"Wir werden beim FC Bayern noch intensiver trainieren, damit Jens Lehmann wirklich keine Chance mehr hat, 2006 zu spielen", kündigte der Weltmeister von 1974 in TV-Interviews an. Zwar wünschte Maier, der weiter beim deutschen Rekordmeister die Torhüter fit macht, dem Nationalteam und seinem designierten Nachfolger Andreas Köpke "alles Gute", doch nach einem halben Leben als Spieler und Trainer beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) fühlt sich der 60-Jährige abgeschoben: "Es gibt keine Gerechtigkeit mehr im harten Fußball-Geschäft."

Bundestrainer Jürgen Klinsmann sah durch Maiers klare parteiische Haltung zu Kahn und gegen Lehmann keine Basis mehr für eine gesunde Zusammenarbeit. Dass sein Münchner Schützling Kahn, der sich derzeit selbst nicht äußert, durch die "Rote Karte" für Maier geschwächt wird, glaubt der 60-Jährige nicht: "Oliver Kahn ist stark genug, um auch dieses Hindernis auszuräumen."

Wie Klinsmann beim nächsten Länderspiel am 17. November in Leipzig gegen Kamerun in der Torwart-Rotation entscheidet, ist noch unklar. Auf jeden Fall aber wird Lehmann bei der Jahres-Abschlussreise nach Asien fehlen, da er mit seinem Club FC Arsenal London zur selben Zeit Verpflichtungen in der Premier League hat. "Er wird nicht dabei sein", bestätigte Team-Manager Oliver Bierhoff. Das DFB-Team fliegt nach dem letzten Bundesliga-Wochenende am 11./12. Dezember nach Fernost, wo Japan (16. Dezember), Südkorea (19.) und Thailand (21.) als Gegner warten. Lehmann tritt mit Arsenal am 18. Dezember beim FC Portsmouth an und erwartet am 2. Weihnachts-Feiertag den FC Fulham.

Auch die Nationalspieler des VfB Stuttgart und damit Keeper Timo Hildebrandt stecken in der Termin-Klemme. Denn im Uefa-Pokal steht am 16. Dezember das letzte Gruppenspiel gegen Dinamo Zagreb an. Das bedeutet, dass Klinsmann auf jeden Fall neben Kahn einen anderen Torwart nach Asien mitnehmen müsste. Allerdings soll es vom VfB bereits Signale geben, dass Trainer Matthias Sammer zumindestens einige seiner Auswahlakteure freistellen würde, falls bereits vor dem Gruppenfinale der Einzug in die nächste Uefa-Cup-Runde perfekt sein sollte.

"Der erste Gedanke ist, dass Spieler nachkommen könnten", meinte Bierhoff. Angesichts der hohen Belastung, der langen Reise und des Zeitunterschieds aber dürfte es bei dieser Lösung in Stuttgart einige Bedenken geben. "Wir werden noch intensiv mit dem Verein sprechen", kündigte der Team-Manager an.

Indes versucht der 96er Europameister Köpke vor seinem wahrscheinlichen Amtsantritt alles, um mögliche Konflikte und Misstrauen auszuräumen. In der "BZ" kündigte der 42-Jährige an, sich mit Vorgänger Maier treffen zu wollen. "Ich habe ihm viel zu verdanken und wir kamen immer gut miteinander aus", betonte Köpke. Auch mit Kahn, lange Jahre in der Nationalelf direkter Konkurrent, gebe es keine Probleme. "Unser Verhältnis war immer okay", sagte der gebürtige Kieler: "Ich will mit den Torhütern professionell arbeiten, da muss man sich neutral verhalten."

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