Maier startet in Königsdisziplin
Ertl zittert um Abfahrts-Platz

Martina Ertl muss um ihren sicher geglaubten Platz im deutschen Abfahrts-Team zittern, Hermann Maier wird für Österreich hingegen die Königsdisziplin bestreiten. Die 29-Jährige fuhr am Mittwoch im zweiten Abfahrts-Training der alpinen Weltmeisterschaft nur auf Platz 27 und war damit schlechteste Deutsche. "Ich will nur fahren, wenn ich eine gute Leistung bringen kann. Die Bedingungen heute waren schon sehr unterschiedlich", sagte Martina Ertl, die gegen drei Fahrerinnen um drei freie Plätze kämpft.

HB/dpa ST. MORITZ. Zwei Positionen neben der gesetzten Hilde Gerg (Lenggries) sollten eigentlich am Mittwoch vergeben werden, einer am Freitag. Wegen des widrigen Wetters wollen die Trainer des Deutschen Skiverbandes (DSV) nun erst am Freitag nach dem Abschlusstraining über die Qualifikation entscheiden. Beide Läufe sollen zusammen gewertet werden.

Regina Häusl (Schneizlreuth) belegte Platz sechs und ist nach dem desaströsen 29. Platz im Super-G wieder im Rennen. "Das hat heute gepasst", sagte die 29-Jährige, die im Ziel 0,47 Sekunden Rückstand auf die Schnellste Monika Dumermuth (Schweiz) aufwies. Hilde Gerg wurde Elfte, Isabelle Huber (Ruhpolding) 15. und Maria Riesch (Partenkirchen) 16.

Der Kanadier Erik Guay war Schnellster im ersten Herren-Training. Guay benötigte 1:50,33 Minuten und lag damit 0,46 Sekunden vor dem Schweizer Ambrosi Hoffmann. Max Rauffer (Leitzachtal) belegte Platz 15, Stefan Stankalla (Partenkirchen) wurde 26., einen Rang hinter Hermann Maier. Der Gewinner der Silbermedaille im Super-G wurde am Mittwochabend für die Abfahrt am Samstag nominiert. Gemeinsam mit Olympiasieger Fritz Strobl und den gesetzten Stephan Eberharter, Michael Walchhofer sowie Titelverteidiger Hannes Trinkl wird der "Herminator" für Österreich starten.

Der ÖSV hatte das Training eigentlich als Ausscheidung für die Spezial-Abfahrt vorgesehen, verzichtete jedoch wegen des Wetters auf eine sportliche Entscheidung. Stattdessen legten die Verantwortlichen das Team fest und dürften damit für viel Diskussionsstoff sorgen. Im Gegensatz zu den nicht nominierten Klaus Kröll und Andreas Schifferer hatte der gerade rechtzeitig genesene Maier in der Abfahrt in dieser Saison keinen Podestplatz geschafft.

Unterdessen wird ein Wechsel des österreichischen Rennfahrers Josef Strobl zum DSV immer mehr ein Thema. Während der WM-Sechste in der Abfahrt 2001 betonte, künftig für ein anderes Land starten zu wollen, zeigte der deutsche Cheftrainer Martin Oßwald sein Interesse. "Das kann ich mir vorstellen. So einen würde ich in jedem Fall nehmen", sagte der Coach der dpa. Strobl war trotz guter Resultate nicht für die alpinen Weltmeisterschaften nominiert worden.

"Grundsätzlich hängt alles von der Entscheidung des Österreichischen Skiverbandes ab. Im Falle einer Freigabe würde ich wechseln", sagte Strobl im Interview mit "eurosport.de". Ein gezieltes Abwerben würde es laut Oßwald ohnehin nicht geben. "Die Regularien müssen stimmen. Die Österreicher müssen ihn freigeben und er muss einen deutschen Pass bekommen. Sonst würde es böses Blut geben", sagte der Trainer. Strobl hat aber wohl klare Präferenzen: "Der Cheftrainer Martin Oßwald, den ich von früher sehr gut kenne, wohnt gerade mal hinter meinem Hausberg", sagte der 28-Jährige aus dem Lechtal.

Lasse Kjus und Kjetil Andre Aamodt können in der Kombination am (morgigen) Donnerstag Ski-Geschichte schreiben. Die beiden Norweger würden bei einer Medaille ihr elftes Edelmetall bei einer WM gewinnen und mit Rekordhalter Marc Girardelli (Luxemburg) gleichziehen. Aamodt bliebe seiner Serie treu: Seit 1991 gewann er mit Ausnahme der Olympischen Winterspiele 1998 in Nagano bei allen alpinen Großereignissen mindestens eine Medaille. Der 31-Jährige aus Oslo ist WM-Titelverteidiger und gewann auch bei den Winterspielen im vergangenen Jahr Gold.

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