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Mailänder Männermode: Relaxen im AnzugDPA-Datum: 2004-06-29 13:16:20

Mailand (dpa) - Anzüge sind im Kommen. Die Designer können den erfolgreichsten Zweiteiler der Männermode zwar nicht neu erfinden, aber sie setzen ihn auf den Mailänder Defilees für die Saison Frühjahr/Sommer 2005 so gekonnt in Szene wie lange nicht.

Mailand (dpa) - Anzüge sind im Kommen. Die Designer können den erfolgreichsten Zweiteiler der Männermode zwar nicht neu erfinden, aber sie setzen ihn auf den Mailänder Defilees für die Saison Frühjahr/Sommer 2005 so gekonnt in Szene wie lange nicht.

Ob mit verkürztem Sakko, im seidigen Playboy-Glanz, die Kanten mit Schmucksteinen «abgesteppt» oder die Revers mit Broschen dekoriert - ein Klassiker zeigt, was in ihm steckt. Kein Aufruf zum steifen Dresscode, sondern unkompliziert und lässig. Helle Töne sind bestimmend. Darunter werden Polos, gewickelte Tops oder offene Hemden getragen.

Dass der Mann auch im Nadelstreifenanzug mit Hemd und Krawatte nicht automatisch aussieht wie ein Wall-Street-Börsianer, bewies Miuccia Prada am Montagabend. Sie bringt Farbe ins Spiel. Eine rote Krawatte wird auf gelbem Hemd gebunden, bei einem blauen Hemd ist die Krawatte türkis. Der eher klassische Schnitt der Hosen kontrastiert mit den intensiven Farben der sportlichen Schuhe oder farbigen Details auf der Hose. Ohne Krawatte zu tragende Hemden sind gemustert oder bestickt. Broschen in Form eines Segelbootes oder Flugzeuges betonen die Leichtigkeit und Verspieltheit der Prada-Kollektion.



Der Engländer Neil Barrett schneidert seine Anzüge hauptsächlich aus Baumwolle und wählt als Oberteil eine verkürzte Sakkoform. Auch die Variante mit einer knielangen Hose ist in seinem Repertoire. Sein Landmanns Alexander McQueen bewies Mut zu einer politischen Aussage, auch wenn er selbst von zu viel Deutungsschwere nichts wissen wollte. «Es geht vor allem darum, Gegensätze zueinander zu führen», sagte er nach seiner Show.

Einige Models holte er von einer amerikanischen Militärakademie, andere fand er in Indien. Seine «Soldaten» trugen mit feiner Ironie das, was ihnen einmal Berufskleidung sein soll. Auf dem Kopf das Schiffchen, Tarnmuster aus Patchwork, Spencer mit Tressen, seidene Flieger-Overalls, darin ein Schal gebunden. Und, allerdings nur ein Show-Gag: die Gasmaske unterm Schleier. Dem standen opulente Muster gegenüber, formiert aus einer aufwendigen Stickerei unzähliger Spiegelsteine.

Auch der Italiener Roberto Cavalli integrierte und verfremdete Soldatisches. Orden werden bei ihm zu Stickereimotiven. Als einen «romantischen Zigeuner» sieht er seinen Mann. Wie immer gibt es viel Leder, dieses Mal unter anderem in einer gebleichten Strauß-Variante.

Als Überraschungsgast lief am Dienstagmorgen Popstar Christina Aguilera in der Show von DSquared. Die kanadischen Zwillinge Dan und Dean Caten, die Köpfe hinter der Marke, gelten seit einiger Zeit als die aufstrebenden Stars der Mailänder Mode. Was sie für den Sommer 2005 zeigten, riss die Zuschauer zu Ovationen hin: relaxte Eleganz, aber deutlich jünger und frecher. Vom Anzug nehmen sie nur das Sakko, alternativ ein Dinner-Jacket, und kombinieren dazu Strand-Bermudas und T-Shirts mit Aufdrucken. Brave Polo-Pullover bekommen als Gegenpart eine Lederhose. Ein absoluter Hingucker: die edlen Sportschuhe in poppigen Dessins.

In Issey Miyakes Kollektion werden Taschen zu Kleidungsstücken, die mit Gurten am Oberkörper oder von einem Gürtel ausgehend am Bein zu befestigen sind. Für den Strand entwarf der Japaner Naoki Takizawa, der inzwischen für die Linie seines berühmten Landsmanns verantwortlich zeichnet, wasserdichte Varianten in knalligen Farben.

Fast ausschließlich mit Taschen und anderen Accessoires macht Bottega Veneta seine Geschäfte. Ach wenn Tomas Maier, deutscher Designer der Luxusmarke, immer mehr auch auf Kleidungsstücke baut. Seine neueste Taschenvariante: ein Patchwork-Modell aus verschiedenen, exotischen Lederarten und gummiertem Canvas. «Die Idee kam mir, als ich in unseren Werkstätten die von der Herstellung übrig gebliebenen Stoffabfälle sah», sagte Maier. Hört sich billig an, ist es aber nicht. Die Taschen kosten bis zu 4000 Euro.

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