Archiv
Mainz auch gegen Gladbach nicht klein zu kriegen

Borussia Mönchengladbach ist auch mit dem „kleinen General“ Dick Advocaat noch keine neue Größe - der FSV Mainz 05 dagegen einfach nicht klein zu kriegen. Das ist das Fazit aus dem 1:1 (0:1), bei dem zwei Serien hielten:

dpa MAINZ. Borussia Mönchengladbach ist auch mit dem "kleinen General" Dick Advocaat noch keine neue Größe - der FSV Mainz 05 dagegen einfach nicht klein zu kriegen. Das ist das Fazit aus dem 1:1 (0:1), bei dem zwei Serien hielten:

Der Aufsteiger blieb im mit 20 300 Zuschauern ausverkauften Bruchwegstadion weiter unbesiegt, während die Westdeutschen nach wie vor auf ihren ersten Auswärtssieg warten müssen. Auch der "Trainer von Weltruf" konnte als Nachfolger des mit dem 2:0 über Bayern München glänzenden Interimscoaches Horst Köppel auf Anhieb kein Wunder bewirken.

Eine Weile warten muss auch die Vision des fünfmaligen Meisters vom Niederrhein, mittelfristig an die goldenen 70er Jahre anzuknüpfen. Der Erkenntnis, dass zwischen Wunsch und Wirklichkeit noch Welten liegen, blieb auch dem ehemaligen niederländischen "Bondscoach" nach seinem Bundesliga-Debüt nicht verborgen. "Wir haben uns den Punkt hart erarbeitet. Spielerisch besteht aber noch viel Lernbedarf", erkannte der 57-Jährige.

Nach seiner durchwachsenen Premiere gab sich selbst der mit hohen Erwartungen geholte anspruchsvolle Advocaat zufrieden: "Wenn man bedenkt, dass Bremen, Hamburg und Leverkusen hier verloren haben und auch Dortmund nur Remis gespielt hat, dann ist dieses Unentschieden ein sehr gutes Ergebnis für uns." Das sah auch Borussen-Kapitän Christian Ziege so, der vor zu großer Zukunfts-Euphorie warnte: "Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Nur weil wir einen neuen Trainer haben, sind wir noch längst nicht im Uefa-Cup."

Um dahin zu kommen, bedarf es auch nach Ansicht von Sportdirektor Christian Hochstätter anderer Qualitäten: "Läuferisch und kämpferisch hat die Mannschaft das angeboten, was sie kann. Fußballerisch kann sie mehr." Nur zwei Torschüsse und ein verhinderter Torjäger Oliver Neuville, der sich an der bärenstarken Mainzer Innenverteidigung mit Manuel Friedrich und Nikolce Noveski aufrieb, dem sein erstes Bundesliga-Tor zum 1:1 (59.) gelang, waren zu wenig an Initiative. Folgerichtig resultierte der Gäste-Treffer durch Vaclav Sverkos' erstes Saisontor (13.) auch nicht aus eigener Produktion, sondern aus einem haarsträubenden Rückpass des Mainzers Niclas Weiland.

Der schon angeschlagen in die Partie gegangene Unglücksrabe wurde kurz nach seinem Fauxpas aus dem Spiel genommen. "Um Gottes Willen, das war keine Strafe. Die alte Verletzung ist wieder aufgebrochen, da hat er sich selbst ausgewechselt", bemühte sich der Mainzer Trainer Jürgen Klopp um die richtige Deutung des Wechsels. Neben Niclas Weiland zog sich auch der technisch brillante Brasilianer Antonio da Silva eine Oberschenkelzerrung zu und gesellte sich zur langen Liste des Mainzer Lazaretts.

Dass die Rheinhessen die Ausfälle von Mimoun Azaouagh, Mathias Abel, Dennis Weiland und Tamas Bodog ohne sichtbaren Substanzverlust verkrafteten, spricht für das ungebrochen von Begeisterung getragene Beharrungsvermögen des Neulings in der Eliteliga. "Davor ziehe ich meinen Hut", sagte der stolze Mainzer Präsident Harald Strutz. Sein mit Ewigkeits-Zertifikat für sein erfolgreiches Wirken am Bruchweg versehene Trainer Klopp gab ob der Personalmisere seine Parole als dezente Warnung an künftige Gegner zum Besten: "Wir sind einfach nicht klein zu kriegen."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%