Mainzer Auktion
UMTS-Gebote bei über 33 Milliarden Mark

Die Wirtschaft fordert, die Einnahmen für Steuersenkungen zu verwenden.

afp MAINZ/BERLIN. Bei der Auktion der deutschen UMTS-Mobilfunklizenzen haben die Gebote in der 103. Bieterrunde die Summe von 33,5992 Mrd. DM erreicht. Die Mindestofferten für jeden der zwölf Frequenzblöcke lagen damit am Mittwochnachmittag in Mainz bei knapp 2,5 Milliarden Mark. MobilCom bot weiterhin für drei Frequenzpakete mit zusammen über 8,5 Milliarden Mark am meisten, bei jeweils zwei Frequenzblöcken waren Mannesmann Mobilfunk, debitel sowie die Konsortien e-plus Hutchison einerseits und 3G aus Telefónica und Sonera andererseits mit Geboten von rund fünf Milliarden Mark in Front.

Wäre die Auktion bei diesem Stand beendet gewesen, würde T-Mobil ebenso leer ausgehen wie VIAG Interkom, das nur bei einem Frequenzblock das höchste Gebot vorlegte. Für den Betrieb einer deutschen UMTS-Lizenz sind mindestens zwei Frequenzpakete notwendig.

Unterdessen mehrten sich die Forderungen aus der Wirtschaft, der Staat solle die über den offiziellen Erwartungen liegenden Auktionserlöse für eine steuerliche Entlastung der Unternehmen nutzen. "Wir erwarten eine stärkere Entlastung des Mittelstandes, insbesondere durch eine weitere Absenkung des Spitzensteuersatzes in Richtung 35 Prozent", sagte der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), Michael Fuchs, der "Berliner Zeitung" vom Mittwoch. Die rot-grüne Bundesregierung habe eine "Bringschuld gegenüber kleineren und mittleren Unternehmen".

Das Bundesfinanzministerium, das zunächst nur mit Erlösen von 20 Milliarden Mark aus der Auktion gerechnet hatte, wies die Forderungen zurück. Die UMTS-Einnahmen würden gänzlich für die Schuldentilgung verwendet, betonte ein Ministeriumssprecher vor Journalisten in Berlin. Finanzminister Hans Eichel (SPD) hatte betont, lediglich indirekt könnten andere Bereiche von den UMTS-Geldern profitieren, etwa wenn mit den eingesparten Zinsausgaben auch Infrastrukturvorhaben gefördert werden könnten.

DEUTSCHLAND/UMTS TABELLE TABELLE - UMTS-Auktionsergebnis nach Runde 103= Reuters MAINZ. Bei der Versteigerung der deutschen UMTS-Mobilfunklizenzen durch die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post lagen am Mittwoch nach der 103. Bieterrunde nach Behördenangaben die folgenden Gebote (in Mill. DM) vor: Frequenzblock Höchstbieter Höchstgebot (Vorrunde)

Eins Viag Interkom 2888,3 (2625,7) Zwei Debitel 2895,3 (2631,8) Drei Mobilcom 2815,8 (2815,8) Vier T-Mobil 2763,9 (2763,9) Fünf D2-Mannesmann 2649,8 (2649,8) Sechs Mobilcom 2914,9 (2649,9) Sieben T-Mobil 2751,1 (2751,1) Acht D2-Mannesmann 2745 (2745) Neun T-Mobil 2750 (2750) Zehn Debitel 2817,7 (2561,5) Elf Viag Interkom 2792,4 (2792,4) Zwölf Mobilcom 2815 (2815)



Note: Die Summe aller Gebote beträgt 33,5992 (Vorrunde 32,5519) Mrd. DM. Um eine Lizenz zu ersteigern, muss ein Unternehmen für mindestens zwei Frequenzblöcke Höchstbieter sein. Von der Regulierungsbehörde werden nur die Höchstgebote, nicht alle in der Auktionsrunde abgegebenen Gebote, veröffentlicht. Die Auktion endet, wenn für keinen der Frequenzblöcke ein neues Höchstgebot abgegeben wird.

Um die UMTS-Lizenzen (Universal Mobile Telecommunications System) konkurrieren sieben Bietergruppen: Die vier bereits im deutschen Mobilmarkt aktiven Anbieter D-1 Telekom, D-2 Mannesmann mit Mehrheitsaktionär Vodafone (Großbritannien), E-Plus mit seinen Partnern KPN (Niederlande), Bell South (USA), Hutchison Whampoa (Hongkong) und NTT DoCoMO (Japan) sowie Viag Interkom mit seinen Gesellschaftern E.ON, British Telecom und Telenor (Norwegen). Weiterhin bietet ein Konsortium aus France Telecom und Mobilcom, Swisscom und ihre Tochter Debitel sowie das Konsortium 3G von Sonera (Finnland) und Telefonica (Spanien).

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