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Mainzer Auswärtsmisere - Lauterns neue Freude

Verkehrte Fußball-Welt: Für die Spaß-Macher des FSV Mainz wird die Auswärtsmisere zum ernsthaften Problem, die Leid geprüften Profis des 1. FC Kaiserslautern entdecken dagegen ihre neue Freude am Fußball.

dpa KAISERSLAUTERN. Verkehrte Fußball-Welt: Für die Spaß-Macher des FSV Mainz wird die Auswärtsmisere zum ernsthaften Problem, die Leid geprüften Profis des 1. FC Kaiserslautern entdecken dagegen ihre neue Freude am Fußball.

Beim hoch verdienten 2:0 (1:0)-Heimerfolg im historischen ersten Rheinland-Pfalz-Derby der Bundesliga machten sich die Gastgeber die eigentlichen Vorzüge der Mainzer zu Nutzen und setzten die Rheinhessen von Beginn an mit aggressivem Pressing unter Druck. "Wir haben Mainz mit ihren eigenen Mitteln geschlagen", stellte der überglückliche FCK-Coach Kurt Jara fest: "Es ist absoluter Zug in der Mannschaft."

Zu sehr in Fahrt hatte Jürgen Klopp seine seit fünf Auswärtsspielen punktlose Mannschaft gebracht, die als Tabellenelfter nur noch zwei Punkte vor dem Rivalen liegt. "Eine Großteil dieser Niederlage geht auf meine Kappe", gestand der 37-Jährige. Nicht, weil er eine Viertelstunde vor dem Spielende von Schiedsrichter Jürgen Stark (Landshut) wegen eines Tritts gegen die Werbebande auf die Tribüne geschickt worden war. Sondern, "weil ich unter der Woche zu viel Gas gegeben habe. Die Jungs wirkten übermotiviert". Sie waren außerdem überfordert gegen die im erstmals in dieser Saison ausverkauftem Haus anrennenden Lauterer.

Für die bittere sechste Auswärts-Pleite durch das Eigentor des Ex-FCK-Jugendspielers Mathias Abel (19.) ("Das i-Tüpfelchen in einem schwachen Spiel") und dem ersten Bundesliga-Treffer des Polen Kamil Kosowski (59.) wollen sich die Mainzer im Aufsteiger-Duell gegen den 1. FC Nürnberg wieder rehabilitieren. Als einzige Bundesliga-Mannschaft sind die Rheinhessen daheim ungeschlagen. "Wir wollen gegen den Club gewinnen. Dann hätten wir 25 Punkte und eine sensationelle Hinrunde gespielt", erklärte der Mainzer Vereinspräsident Harald Strutz. Sollte es aber nicht mit dem angestrebten sechsten Heimsieg klappen, "wäre es mit 22 Punkten auch schon eine tolle erste Serie".

Dennoch ist die FSV-Schwäche auf dem gegnerischen Platz bedenklich. Manuel Friedrichs Begründung für den schwachen Auftritt, der Ball sei ungewohnt und der Rasen nicht besonders gut gewesen, kann wohl kaum ernsthaft herangezogen werden. Eine Lösung haben die Mainzer nicht parat. "Ich weiß nicht, warum wir auswärts nicht punkten können", gab Mitspieler Benjamin Auer zu.

Dafür fand der vom großem kämpferischen Einsatz gezeichnete FCK-Angreifer Ioannis Amanatidis, der wegen einer Knie-Verletzung vorzeitig ausgewechselt werden musste, eine Erklärung für die Erfolgsserie der Pfälzer. "Am Anfang haben alle draufgehauen und draufgehauen. Wir können aber nicht innerhalb von fünf Wochen Zauberfußball spielen", meinte der Grieche: "Der Trainer hat nicht draufgehauen, sondern Geduld gehabt - das zahlt sich jetzt aus." Und die Mannschaft zahlte es dem österreichischen Coach zurück. "Die ersten 45 Minuten waren das Beste, was ich seit langem auf dem Betzenberg gesehen habe", freute sich Jara.

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