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Mainzer Genießer bringen Hansa-Kogge zum Kentern

Der Mainzer Wahnsinn geht weiter. Unbeeindruckt vom 1:2 „auf Schalke“ und dem Ende der Serie von sieben Spielen ohne Niederlage haben die Spaßfußballer des FSV Mainz 05 auf Anhieb wieder in die Erfolgsspur zurück gefunden.

dpa MAINZ. Der Mainzer Wahnsinn geht weiter. Unbeeindruckt vom 1:2 "auf Schalke" und dem Ende der Serie von sieben Spielen ohne Niederlage haben die Spaßfußballer des FSV Mainz 05 auf Anhieb wieder in die Erfolgsspur zurück gefunden.

"Wahnsinns-Stimmung im Stadion, Wahnsinns-Leistung meiner Jungs, die ihre beste Saison-Leistung gezeigt und einen Riesenball gespielt haben", meinte Trainer Jürgen Klopp strahlend zum problemlosen 3:1 (0:0)-Sieg über Hansa Rostock.

Während der Klassen-Neuling seinen Nimbus der Unbesiegbarkeit vor eigenem Publikum wahrte und sich auf einem Uefa-Cup-Platz (5.) etablierte, endete der Auswärts-Höhenflug des FC Hansa mit der ersten Niederlage auf fremdem Platz und dem Absturz auf den vorletzten Tabellenrang. Mit "unglaublichen 18 Punkten" (Klopp) weiter auf Augenhöhe mit Meister Werder Bremen, kann der kecke Aufsteiger am Samstag mit breiter Brust zum Top-Spiel bei Tabellenführer VfL Wolfsburg fahren. Dessen im Bruchweg-Stadion spionierender Co-Trainer Reinhard Stumpf wird Chefcoach Erik Gerets Beeindruckendes berichten.

"Wir waren 90 Minuten am Drücker, haben das Spiel gestaltet, nichts zugelassen und Klasse-Tore erzielt, fast wie vom Reißbrett", analysierte Klopp die einseitige Partie. Die von Benjamin Auer mustergültig vorbereiteten Treffer von Fabian Gerber (54.) und Niclas Weiland (70.) sowie Jürgen Kramnys 3:1 (90.+1) krönten die homogene Vorstellung. Klopps Rotation mit vier neuen Spielern hatte keinen Substanzverlust zur Folge. Und: Der Sturm und Drang des unbekümmerten Teams beschränkte sich keineswegs nur auf Rennen und Kämpfen, sondern war auch von feinster spielerischer Qualität.

Filigran-Techniker wie Mimoun Azaouagh, Antonio da Silva oder Gerber gaben in dem von den Gästen preisgegebenen Mittelfeld mit präzisem Kombinationsfußball den Ton an. Gerber: "Unser Höhenflug ist kein Glück. Bei uns greift ein Rädchen ins andere. Die 18 Punkte sind sensationell, aber noch haben wir nichts erreicht." Von Spiel zu Spiel will auch FSV-Präsident Harald Strutz denken. "Fantastisch. Wir schwimmen auf einer Woge des Glücks und genießen jedes Spiel. Das war ja eine Stimmung wie an Fastnacht", meinte Strutz erfreut über die Atmosphäre in dem mit 20 300 Zuschauern ausverkauften Stadion.

Gute Zeiten für Mainz - schlechte Zeiten für Rostock. "Ich mache mir ernsthafte Gedanken um den Club. Wenn wir unser Heimspiel gegen Nürnberg nicht gewinnen, dann gehen wir schweren Zeiten entgegen", sagte Trainer Juri Schlünz nach der allzu passiven Vorstellung seines harmlosen Teams, das erst nach Magnus Arvidssons Anschlusstreffer (81.) und damit viel zu spät aus seiner Lethargie erwachte. Der unterbeschäftigte Mainzer Torwart Dimo Wache traf den Nagel auf den Kopf: "In der ersten Halbzeit hätte man auch einen Stuhl ins Tor stellen können." Der Stuhl von Trainer Schlünz auf der im Sinken begriffenen Hansa-Kogge scheint zwar trotzdem noch nicht zu wackeln. Doch sprach der Coach selbst von einer "alarmierenden Situation."

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