Makaay weiter in der Warteschleife
Kahn bläst zum Sturm auf Europa

Oliver Kahn frohlockt, die Stürmer zittern: Der Rekord-Transfer von Torjäger Roy Makaay hat beim FC Bayern München über Nacht für Aufbruchstimmung gesorgt, aber auch die Verhältnisse einschneidend verändert. Während der deutsche Rekordmeister und der niederländische Fußball-Nationalspieler am Mittwoch weiterhin auf das endgültige "grüne Licht" aus Spanien warten mussten, nutzte Kapitän Kahn die Ankunft seines 17,7 Millionen Euro teuren neuen Teamkollegen in München zur Kampfansage.

HB/dpa MÜNCHEN. "Makaay wird die Qualität in unserer Mannschaft noch einmal anheben", sagte der Nationaltorhüter und tönte selbstbewusst: "Das ist auch ein Signal an die anderen Top- Mannschaften in Europa, dass wir in der Champions League angreifen."

Die Jagd auf Titelverteidiger AC Mailand und den "ewigen Rivalen" Real Madrid ist endgültig eröffnet - aber auch intern weht ein viel schärferer Wind. Die große Frage lautet: Wer wird im Sturm des FC Bayern zum "Opfer" von "Torgarant" Makaay, der allein schon wegen der horrenden Ablösesumme zunächst als neue Nummer 1 gesetzt sein wird? Die prominenten Kandidaten reagieren scheinbar gelassen und äußern sich betont selbstbewusst. "Jedes Jahr kommen neue Spieler zum FC Bayern - und der Giovane hat immer gespielt. So wird es auch dieses Mal sein", erklärte Bundesliga-Torschützenkönig Giovane Elber.

Claudio Pizarro hatte schon nach seiner imponierenden Leistung im Saison-Eröffnungsspiel gegen Eintracht Frankfurt, die er mit einem Kopfballtreffer gekrönt hatte, verkündet: "Na klar, Makaay ist eine Konkurrenz für mich. Aber ich habe keine Angst - vor niemand."

<<p>b>Hoeneß spürbar genervt

Um ihre Position müssen Elber und Pizarro trotzdem fürchten. Trainer Ottmar Hitzfeld hatte es sich genau so gewünscht: "Makaay schafft die Konkurrenzsituation, die eine Spitzenmannschaft braucht, damit alle richtig Gas geben." Nach den aktuellen Leistungen hat Pizarro gegenüber Elber die Nase vorne, zumal der Vertrag des Brasilianers ohnehin im kommenden Jahr ausläuft. Im Testspiel am Dienstagabend bei Newcastle United löste Pizarro, der kurz vor Ende das Tor zum 2:2-Endstand erzielte, Elber zur Pause ab - eine Form von Arbeitsteilung, die das Sturm-Duo in Zukunft häufiger erleben könnte.

Dass Makaay auch am Mittwochnachmittag nach der Rückkehr der Bayern aus England noch nicht am Training teilnehmen durfte, machte Hitzfeld nicht nervös. Manager Uli Hoeneß war dagegen spürbar genervt von dem immer noch nicht endgültig perfekten Transfer. "Es kommt nicht auf ein, zwei Tage an. Ich hatte erst Ende August mit ihm gerechnet", reagierte Hitzfeld gelassen. Ein Scheitern des Transfers sei für ihn "ausgeschlossen". Mit Makaay plant der Coach offenbar ohnehin noch nicht am Samstag im Gastspiel bei Hannover 96. Wichtiger sei, dass "er so schnell wie möglich am Trainingsbetrieb teilnimmt".

Der neue Verdrängungswettbewerb im Sturm wird von Kahn positiv gesehen. "Wir brauchten für die Champions League mehr Qualität und nicht nur Quantität", meinte der Kapitän. Elber und Pizarro hatten in der vergangenen Saison jeweils nur ein Tor in der Champions League erzielt. Der 28-jährige Makaay schoss für La Coruna dagegen neun. Allein vier davon erzielte er in der Vorrunde gegen den FC Bayern.

"Es gibt kein zurück mehr

Bis zum ersten Champions-League-Spieltag am 16./17. September soll sich der letztjährige spanische Torschützenkönig (29 Treffer) in der Bundesliga warm schießen. Doch am Mittwoch drehte sich weiterhin alles um die fehlende Unterschrift aus La Coruna unter die am Montagabend mündlich getroffene Transfer-Vereinbarung. Der spanische Erstligist entkräftete Spekulationen, wonach der Wechsel doch noch scheitern könnte. "Es gibt kein Zurück mehr", erklärte Deportivo- Präsident Augusto César Lendoiro am Mittwoch.

"Einen solchen Transfer kann man nicht über Nacht abwickeln. Die Lage ist völlig normal", übermittelte er aus Spanien. Die Probleme verdoppelten sich noch, wenn Texte auf Spanisch und auf Deutsch hin- und hergeschickt werden müssten, beschwichtigte Lendoiro. Es gebe eine Reihe kleiner Details, die noch geklärt werden müssten.

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