"Mal ehrlich: Wozu braucht man vier Klingen?“
Vier Klingen für ein Halleluja

Seit Wilkinson mit seinem Quattro protzt, sieht Rivale Gillette Mach 3 alt aus. Lebenshilfe oder blankes Marketing? Ein Praxistest.

Frauen können so chauvinistisch sein. "Beim Auto bekommt ihr Männer mehr PS, beim Rasierer eine Klinge mehr. Alles Marketing", lästert die Freundin. Dabei sollte doch eigentlich klar sein, dass wir Männer uns nicht wirklich gerne mit hautaufreißenden Gegenständen der Halsschlagader nähern. Und noch schlimmer: mit mittelmäßigen Klingen Gefahr laufen, unsere zarte Haut auf immer zu verledern.

Die einen weichen da lieber auf elektrische Rasierer auf, die anderen geben sich der Innovationslust der Nassrasierertitanen Gillette und Wilkinson hin. Die vermitteln ihren Kunden seit Jahren das Gefühl, dass aus einem schnöden Plastikgriff mit Klingenhalterung ein Hort des High-Tech geworden sei. Frauen verstehen das nicht. Und so blickt die Liebste eher skeptisch auf das neueste Werk des Hauses Wilkinson: den Quattro. Vier Klingen hat er - eine mehr als der größte Rivale, der Gillette Mach 3. "Mal ehrlich: Wozu braucht man vier Klingen?" fragt die Freundin mit leicht boshaftem Unterton. Dabei übersieht sie die männlich-technische Ästhetik des Quattros, diesen mattsilbernen Rahmen um edles Schwarz. Vielleicht eine Reminiszenz an das Armaturenbrett eines Audi TT?

Da mag man als Mann gar nicht erzählen von den Hautstraffungsstreifen, die mit Aloe Vera getränkt sind - sagt Wilkinson -, von den Durchspülkanälen, die sich so leicht reinigen lassen - sagt Wilkinson -, oder den Klingen mit Alpha-Diamond-Beschichtung - sagt Wilkinson. Frau würde es nicht verstehen. Nach der ersten Rasur der kritische Streichelgriff: "Das ist ja wirklich glatt", gibt die Skeptikerin zu. Wer den Quattro zum ersten Mal über das Kinn laufen lässt, ist verwundert: Viel weniger Züge sind nötig, um bisher kaum gespürte Gesichtsglätte zu erreichen.

So ähnlich müssen sich die Bartwüchsigen 1903 gefühlt haben, als der Handelsreisende King C. Gillette den ersten Rasierer mit Wechselklingen vorstellte. Sechs Jahre lang hatte er daran getüftelt, nachdem sich seit 3  000 vor Christus Männer ihre Gesichter mit meist Furcht einflößenden Messern schmusezarter gestalteten - die Geschichte des Rasierers war eben schon immer eine Geschichte voller Innovationen.



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