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Mal sehen, wer als nächster aufgibt

Quam ist der erste Mobilfunkanbieter, dem die Luft ausgegangen ist. Bleiben ja immerhin noch fünf. Welcher davon als nächster aufgeben muss, ist noch ungewiss. Oder man stimmt einfach darüber ab...

HB. Nun hat es den Mobilfunk-Neuling Quam erwischt: Sudden Death! Obwohl in der Mobilfunkbranche die Meinung kursiert, dass das Ende kein abruptes, sondern ein absehbares war. Experten vertreten schon seit längerem die Ansicht, dass sechs UMTS-Lizenznehmer auf Dauer einer zuviel sei. Jeder musste mit Milliardeninvestitionen sein eigenes Netz aufbauen, und die Gewinnaussichten mit UMTS stehen noch in den Sternen.

Quam war einfach das schwächste Glied in der (Mobilfunk-)Kette. Der Wettbewerb war für den Nachzügler einfach zu hart. Zumal ein Unternehmen dieser Größenordnung auch nicht über einen angemessenen Werbe- und Marketingetat verfügt. So scheint sich insbesondere die Telekom zu freuen: Durch den Stopp der Aktivitäten von Quam in Deutschland sehe sie sich in ihrer Strategie bestätigt. Denn ein "Unternehmen kann ohne Kundenbasis, Marke und Technik nicht den Einstieg in die sehr wettbewerbsintensiven Märkte schaffen", lautete das selbstgefällige Fazit des Konzerns. Anlass zur Freude ist das Ende von Quam bei weitem nicht. Außerdem bestätigt dies wieder nur die Unkenrufe vieler Zweifler, die UTMS das Potenzial eines Rohrkrepiers zubilligen. Und nicht zuletzt ist das Aus von Quam wieder ein Schritt zurück innerhalb einer - wünschenswerten - Angebotsvielfalt.

In diesem Zusammenhang mutet die Umfrageaktion von Xonio.com recht merkwürdig an: So ruft das Handy-Portal seine Nutzer dazu auf, darüber abzustimmen, welcher der fünf verbleibenden Mobilfunkbetreiber als nächster stirbt. Die Umfrage ist eindeutig: Auf der Abschussliste ganz oben steht Mobilcom, (knapp 69 %) gefolgt von O2 (20,8 %), T-Mobil (5,2 %) und E-Plus mit rund 4 %. Mit 1,18 % der Stimmen steht Vodafone offenbar auf der sicheren Seite...

Sinn und Unsinn dieser Umfrage sei dahingestellt. Schließlich muss die Medienbranche inhaltlich irgendwie über das Sommerloch hinweg kommen. Bleibt nur zu hoffen, dass sich diese Orakelei nicht über kurz oder lang als self fulfilling prophecy entpuppt und die Zukunft der Mobilfunkbetreiber damit schon jetzt festgelegt wird.

Schreiben Sie der Autorin: u.latzke@vhb.de

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