Malone weiter auf Deutschland
Liberty gibt Expansion in Europa nicht auf

John Malones Hunger nach Investitionen in Europa ist auch nach der gescheiterten Übernahme des TV-Kabelnetzes der Deutschen Telekom kaum gestillt.

kk NEW YORK. John Malones Hunger nach Investitionen in Europa ist auch nach dem Rückschlag in Deutschland kaum gestillt. Der reisescheue 60-jährige Vorstandsvorsitzende von Liberty Media hat zwar bisher nur selten den Atlantik überquert. Aber seine Geschäftsinteressen reichen von Japan bis nach Südamerika. Und in Europa sieht Malone derzeit die größten Chancen.

Schon Wochen vor der Entscheidung der deutschen Wettbewerbshüter hat er durchblicken lassen, dass er nicht daran denkt, den alten Kontinent ruhen zu lassen. Dem "Wall Street Journal" sagte Malone, Liberty könne "Deutschland anders spielen", falls das Abkommen mit der Deutschen Telekom nicht genehmigt werde.

Schon jetzt kontrolliert das Unternehmen mit Sitz in Denver Europas größten Kabelanbieter United Pan-European Communications (UPC) mit 8,5 Mill. Kunden. Durch UPC erreicht Liberty Media 650 000 von Deutschlands 19,5 Mill. verkabelten Haushalten.

Und die nächsten Investitionen plant Malone in Großbritannien. Dort besitzt Liberty Media bereits 25 % der Anteile an Telewest Communications, dem zweitgrößten britischen Kabelanbieter. Und Malone würde gerne auch die Nummer Eins der Branche, die NTL Corp., übernehmen und die beiden Geschäftsbereiche zusammenführen.

NTL hat jüngst ein breit angelegtes Restrukturierungsprogramm begonnen, und will 18,3 Mrd. Euro umschulden. Anfang der Woche gab das Unternehmen bekannt, dass es sein Geschäft in Australien für 850 Mill. australische Dollars (498 Mill. Euro) an die Macquaire Bank verkauft. NTL ist in den USA gelistet und hat zudem Kabelkunden in Schweden und Frankreich.

Neben Liberty Media ist allerdings auch der Medien- und Kabelkonzern AOL Time Warner an einer Investition an NTL interessiert. Beide sind mit den Briten im Gespräch. Liberty Media ist selbst mit 4 % an AOL Time Warner beteiligt. Außerdem hält Malone 18 % an Rupert Murdochs News Corporation.

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