Mammut-Adressbuch
Telekom arbeitet an neuem Verzeichnis für Domain-Namen

Schmitz.de, meier.de oder auch auto.de: Einprägsame Domain-Namen sind heiß begehrt - und deshalb Mangelware. Die Deutsche Telekom will ein neues System entwickeln, mit dem die Knappheit an besonders eingängigen Internet-Adressen behoben werden kann - damit möglichst viele Nutzer mit den Nachnamen Schmitz schnell und unkompliziert im Netz zu finden sind.

Die Deutsche Telekom will mit einem neuen System für die Verwaltung von Internet-Adressen dem Mangel an besonders begehrten Domain-Namen entgegenwirken. Das Unternehmen arbeitet gerade an einem Verzeichnis, einer Art Internet-Telefonbuch, mit dem möglichst viele Netzadressen einfach verwaltet werden und Seiten im Netz unkompliziert gefunden werden können. Das erklärte Winfried Schüller, Leiter des Produktmarketing Globale Internet Produkte der Deutschen Telekom , bei einer Veranstaltung der Bertelsmann Stiftung zum Thema "Internet Governance".

Das System könnte so funktionieren: Ein Nutzer gibt in das Verzeichnis mehrere Suchbegriffe ein, zum Beispiel den Nachnamen Schmitz, den Wohnort Hamburg und den Begriff Blumenhändler. Er erhält dann im besten Fall die Website und die E-Mail-Adresse eines Hamburger Blumenladens, der von einem Herrn Schmitz betrieben wird. Der Inhaber einer Internet-Seite wäre so gezielt auffindbar - egal wie seine Seite heißt. "Wir arbeiten an einem System, das logische Verknüpfungen erlaubt", so Schüller.

Telekom muss bald 100 Millionen Domains verwalten

Die Telekom entwickele das System, um möglichst vielen Kunden künftig eine einfach zu findende Internet-Adresse bieten zu können. "Wir müssen demnächst möglicherweise 100 Millionen Domains verwalten", erläuterte Schüller das Problem. Wenn aber jeder Nutzer einen Domain-Namen brauche, würden die kurzen und einprägsamen Namen immer knapper - in jeder Großstadt gibt es mehrere Hundert Menschen mit dem Nachnamen Schmitz. "Wir trauen uns hier an ein Projekt heran, an das sich sonst noch keiner getraut hat", so Schüller. Mit dem Problem beschäftigen sich allerdings auch schon andere Internet-Firmen, wie zum Beispiel Realnames. Das Unternehmen arbeitet an einem System, das mit Schlüsselwörtern funktioniert.

Schüller schätzt, dass die Entwicklung eines solchen Systems zwei Jahre in Anspruch nehmen wird. Wie viel die Entwicklung kosten wird, ist seinen Angaben zufolge noch unklar. Mit einem besseren Verzeichnis für Internet-Adressen könnte es künftig auch weniger Rechtsstreitigkeiten um einzelne Namen geben, so Schüller.

Neue Top Level Domains sollen kommen

Der Mangel an Domain-Namen bewegt seit längerem die Internet-Gemeinde. Immer wieder gab es zum Beispiel Rechtsstreitigkeiten um Markennamen, weil sich Domain-Räuber die Internetadressen für bekannte Namen registrieren ließen, wie zum Beispiel www.mcdonalds.com.

Neue End-Kürzel für Domains, sogenannte Top-Level-Domains (TLD) wie zum Beispiel .shop oder das von der Europäischen Kommission geplante .eu, sollen die Knappheit beseitigen und die bisherigen Top-Level-Domains wie .com oder .org beziehungsweise Länderkürzel ergänzen. Die private US-Organisation ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) als zentrale Registrierungsstelle für Top-Level-Domains soll noch in diesem Jahr über die Einführung neuer Top Level Domains entscheiden.

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