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MAN bekräftigt Prognose für 2002

Der Münchener Maschinen- und Nutzfahrzeugkonzern MAN hat wie erwartet im ersten Quartal 2002 ein Minus bei Umsatz und Auftragseingang verbucht. Gleichwohl hält MAN an seinen Prognosen für das Gesamtjahr fest.

rtr/dpa MÜNCHEN. "Die aktuelle Projektlage spricht dafür, dass wir in den nächsten Monaten die Rückstände des ersten Quartals wieder aufholen können", sagte MAN-Chef Rudolf Rupprecht am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in München. 2002 gehe der Konzern bei Umsatz und Auftragseingang weiter von einer Spanne zwischen jeweils 15,5 bis 16 Mrd. Euro aus. "Alles in allem rechnen wir 2002 in der Gruppe mit einem besseren Ergebnis", bekräftige er zudem bisherige Prognosen. Ab 2003 wolle MAN beim Ertrag dann wieder "voll durchstarten", kündigte Rupprecht an. An den Renditezielen von 15 Prozent auf das eingesetzte Kapital und fünf Prozent vom Umsatz halte die Gesellschaft fest.



2001 hatte MAN vor allem wegen Belastungen in der größten Sparte Nutzfahrzeuge einen Gewinneinbruch vor Steuern um fast 70 Prozent auf 213 Mill. Euro verbucht. Der Umsatz war indes um zwölf Prozent auf 16,3 Mrd. Euro gewachsen, während der Ordereingang bei 15,7 Mrd. Euro stagnierte.

Umsatz und Auftragseingang wie erwartet im Quartal schwächer

Von Januar bis März sei der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahresquartal um 17 Prozent auf 3,5 Mrd. Euro gesunken, sagte Rupprecht. Zugleich sei der Konzernumsatz um acht Prozent auf 3,1 Mrd. Euro zurückgegangen. Der Orderbestand per Ende März habe sich zum Jahresende 2001 jedoch um vier Prozent auf 10,7 Mrd. Euro erhöht. In der krisengeschüttelten Nutzfahrzeug-Sparte hätten sich die Auftragseingänge gegenüber den "sehr schwachen Zahlen in den Monaten September bis November" ebenfalls wieder erholt. Die Sparte werde im Zuge der Restrukturierung 2002 mindestens eine "schwarze Null" erreichen, bekräftigte der Manager frühere Aussagen.

MAN hatte im Jahr 2000 den britischen Lkw-Hersteller ERF übernommen und war dabei umfangreichen Bilanzfälschungen aufgesessen. Rupprecht verteidigte erneut den Kauf. Die Manipulationen seien auch von zwei Wirtschaftsprüfern nicht entdeckt worden. MAN werde nun Schadensersatzansprüche gegen den früheren Eigner Western Star geltend machen. Die Belastungen durch ERF im Vorjahr würden 2002 entfallen, hieß es.

Ausmaß des Ergebnisplus abhängig von Konjunkturerholung

Die Bereiche Industrielle Dienstleistungen und Druckmaschinen würden im laufenden Jahr wohl nicht mehr die Spitzenwerte von 2001 erreichen, sagte Rupprecht. Bei den Dieselmotoren, dem Maschinen- und Anlagebau sowie den Finanzdienstleistungen sei mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau zu rechnen. Entscheidend für das Ausmaß der Ergebnisverbesserung der gesamten Gruppe sei, wann und in welchem Umfang die Nachfrage wieder anziehe. Auch der Abschluss der Tarifverhandlungen in der Metallbranche werde Auswirkungen haben, fügte er hinzu.

Weitere Übernahmen trotz ERF-Desaster nicht ausgeschlossen

Trotz der schlechten Erfahrungen mit der Übernahme des britischen Lastwagenherstellers ERF schließt der Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern MAN weitere Übernahmen nicht aus. "Es wäre falsch, jetzt aus Angst vor Fehlschlägen gar nichts mehr zu tun", sagte MAN-Chef Rudolf Rupprecht. Auch künftig werde MAN seine Struktur auf der einen Seite durch Übernahmen, auf der anderen Seite durch gezielte Verkäufe optimieren. Konkrete Übernahmepläne gebe es derzeit aber nicht. Bei ERF waren im vergangenen Jahr Bilanzfälschungen im großen Stil aufgeflogen, die den MAN-Konzern mit 187 Mill. Euro belasteten.

Die MAN-Aktie notierte am Vormittag mit rund 0,3 Prozent im Plus bei rund 27 Euro.

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