MAN der grösste Verlierer
US-Futures heben Dax

Die deutschen Standardwerte haben sich am Mittwoch fester präsentiert, was Händler unter anderem mit der Erwartung einer freundlichen Eröffnung der US-Börsen begründeten.

rtr FRANKFURT. Einige Börsianer sprachen zudem davon, dass eventuell eine Kehrtwende am deutschen Aktienmarkt bevorstehe. "Man muss die nächsten zwei bis drei Tage abwarten. Wenn sich die Kursgewinne an der Nasdaq halten, könnte der Funken auf den deutschen Markt überspringen", sagte ein Händler.

Die renommierte Analystin Abby Cohen von der Investmentbank Goldman Sachs teilte am Mittwoch mit, sie habe in ihrem Modellportfolio den Aktienanteil auf 70 von zuvor 65 Prozent erhöht und dafür den Bargeldanteil auf Null von zuvor fünf Prozent gesenkt.

Der Deutsche Aktienindex (DAX) notierte am frühen Nachmittag 0,7 Prozent fester mit 6 327,40 Punkten. Vor genau einem Jahr hatte das Börsenbarometer sein Allzeithoch von 8 136 Zählern markiert.

Am Neuen Markt stiegen die Kurse am Mittwoch im Schnitt um rund 0,9 Prozent. In weiten Teilen des Tages hatte der Dax im Minus tendiert, was Händler auf eine Konsolidierungstendenz bei den Technologiewerten zurückführten.

Die US-Börsen hatten am bereits Dienstag fester geschlossen. Die für die Eröffnung an den Handelsplätzen massgeblichen Terminkontrakte signalisierten zudem einen freundlichen Handelsauftakt für Mittwoch.



Verhaltener Marktausblick bei Intel

Nachbörslich hatte allerdings der größte Chiphersteller der Welt, Intel, einen verhalten Marktausblick bekannt gegeben, der Händlern zufolge aber kaum Auswirkungen auf die Technologietitel im Dax hatte. "Es ist hier mehr eine technische Korrektur, als Druck auf Grund der Äußerungen Intels." Dass der Ausblick in den verschiedenen Technologie-Sektoren verhalten sei, sei schon seit Wochen bekannt. "Wer jetzt mit einem negativen Ausblick kommt, wird nicht mehr beachtet", sagte ein Händler.

Seit seinem Tief in diesem Jahr am 23. Februar bei 6 075 Punkten hat der Dax unter Führung der Technologiewerte und festeren US-Vorgaben um rund 3,5 Prozent zugelegt. Von seinem historischen Hoch am 7. März 2000 von 8 136,16 Zählern ist das Börsenbarometer aber noch 23 Prozent entfernt.



Börse ist in einer Bodenbildungsphase

Ein Frankfurter Händler sagte, mittelfristig habe der Markt eine gute Chance, nach oben zu drehen. Derzeit befinde sich die Börse in einer Bodenbildungsphase. Es gelte allerdings, den charttechnischen Widerstand bei 6 284 Punkten zu überwinden. Dann sei im Prinzip der Weg nach oben über die Marke von 6 800 Punkte frei, um aus dem seit einem Jahr bestehenden Abwärtskanal auszubrechen.

Charakteristisch für eine Bodenbildung sei, dass es unter anderem innerhalb eines Handelstages zu Erholungen komme oder bestimmte charttechnische Unterstützungen hielten. "Sollte der Dax den Sprung über die Marke von 6 450 oder 6 500 Punkten schaffen, hat der Markt eine Stabilisierung hingelegt, so dass man dann sagen kann, dass man den Abwärtstrend verlassen hat", sagt Florian Weber vom Börsenmakler Schnigge in Düsseldorf.



MAN die grössten Verlierer

Am Mittwoch standen die Titel von MAN mit einem Abschlag von 5,7 Prozent auf 29,43 Euro an der Spitze der Kursverlierer im Dax. Händler sagten, der am Vortag veröffentlichte negative Geschäftsausblick belaste weiterhin den Wert.

Im Abwind lagen Siemens sowie Infineon mit Abschlägen von 2,4 und 2,2 Prozent. Epcos verloren 1,4 Prozent. Gegen den Trend konnte sich allerdings die Titel von SAP stemmen, die um 1,2 Prozent höher tendierten.

Auf der Gewinnerseite standen mehrheitlich weniger schwankungsanfällige Werte. Henkel führten die Liste der Kursgewinner mit 1,8 Prozent an.

BASF und Bayer lagen ebenfalls leicht im Aufwind, nachdem beide Gesellschaften am Dienstag eine Dividendenerhöhung für dieses Jahr angekündigt hatten.

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