"Man kann überall was lernen"
Deutsches OK beobachtet WM-Auslosung

Die WM 2002 in Südkorea und Japan tritt zwar erst allmählich in ihre heiße Phase, doch für die deutschen Macher der WM 2006 ist die übernächste Fußball-Weltmeisterschaft bereits jetzt aktuell.

sid BUSAN. Das vierköpfige WM-OK 2006 ist mit Horst R. Schmidt, Fedor Radmann und Wolfgang Niersbach bis auf Präsident Franz Beckenbauer, der wegen des Auswahlverfahrens für das neue Stadionmodell in München weilt, komplett bei der WM-Endrundenauslosung am Samstag (11.00 Uhr MEZ/live im ZDF) im südkoreanischen Busan vertreten.

"Man kann überall was lernen", äußerte Radmann zu seinem Trip gen Asien. Am Donnerstag war er interessierter Zuhörer eines Marketing-Symposiums: "Einige interessante Sachen habe ich erfahren und notiert. Das war professionell gemacht." Wie überhaupt die Südkoreaner die WM-Endrunden-Ziehung sehr profihaft aufgezogen haben. Die deutsche WM-2006-Abordnung wird natürlich mit Argusaugen am Samstag den Verlauf der Auslosung im Exhibition and Convention Center (Bexco) verfolgen.

Eine Entscheidung bezüglich des Ortes der eigenen WM-Endrundenauslosung 2005 im Vorfeld des Titelkampfes in Deutschland ist noch nicht getroffen. Sicher ist zwar, dass die WM-Qualifikationsgruppen-Auslosung Ende 2003 oder Anfang 2004 in der Frankfurter Messe stattfindet. Hingegen will man sich mit der Entscheidung hinsichtlich der Endrundenziehung Zeit lassen. Für das WM-Pressezentrum 2006 gibt es nach wie vor fünf Kandidaten (München, Berlin, Düsseldorf, Leipzig und Frankfurt). Auch hier ist noch keine Entscheidung gefallen, wenngleich die bayerische Landeshauptstadt vielleicht auch wegen OK-Chef Beckenbauer leichte Vorteile besitzt.

Eine Kernrolle im deutschen WM-OK kommt DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt zu. Er ist seit fast drei Jahrzehnten ein Experte bei der Planung und Durchführung von sportlichen Großereignissen. Seine ersten Meriten hatte sich der heute 60-Jährige bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München verdient und war kurze Zeit später zum DFB gewechselt. Die Meinung Schmidts ist im WM-Organisations-Komitee des Welt-Verbandes Fifa hoch geschätzt, so ist der DFB -"General" Mitglied in diversen Kommissionen im Vorfeld der Ziehung in Busan vertreten.

Einen großen Raum nimmt schon bei der WM 2002 der Bereich Sicherheit ein. Die Ereignisse vom 11. September haben in beiden Gastgeberländern hektische Betriebsamkeit ausgelöst. Nicht mehr so sehr die Hooligan-Problematik, als vielmehr die Verhinderung von Terroranschlägen beim WM-Turnier vom 31. Mai bis 30. Juni 2002 steht im Vordergrund. "Das Thema Sicherheit wird mit großer 'menpower' thematisiert", berichtete Schmidt. So steht auch das Angebot zumindest von südkoreanischer Seite, dass die teilnehmenden Teams sogar ihre eigenen "Bodyguards" zum Schutz mitbringen können.

Doch erst nach Festlegung des deutschen Vorrundenstandorts durch die Ziehung in Busan geht man im DFB an die Detailplanung. Schmidt hat nach eigenen Worten am Rande des "final draw" "die sehr große Popularität des deutschen Fußballs" gerade in Asien erneut erfahren. "Es wurde mit Erleichterung unsere Qualifikation aufgenommen", berichtete der DFB-Generalsekretär. Bekanntlich hatte Asien bei der WM-Vergabe im Juli 2000 in Zürich komplett (vier Stimmen) für Deutschland als Gastgeber 2006 gestimmt. Neben den europäischen Stimmen waren diese ausschlaggebend für den Erfolg des DFB gegen den schärfsten Rivalen Südafrika (12:11-Stimmen).

Dass der dreimalige Weltmeister Deutschland in Busan am Ende doch sehr souverän zu den acht gesetzten Mannschaften zählt, war keine Überraschung, weil rein sportliche Maßstäbe angelegt wurden. "Schon 1998 wurde das System aus WM-Platzierung bei den letzten drei Turnieren und den letzten drei Weltranglisten angewendet. Es ist das beste System. Wir stehen international nach wie vor sehr gut da", meinte Schmidt. 2006 ist die DFB-Mannschaft als Gastgeber ohnehin als Gruppenkopf gesetzt.

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