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MAN kommt weiter in Schwung - Auftrags- und Gewinnschub im Halbjahr

Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN gewinnt dank einer starken Auftragslage und Sanierungserfolgen weiter an Fahrt. Der Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr, in dem MAN Gewinn, Auftragseingang und Umsatz kräftig steigerte, habe nicht nur die Erwartungen für 2004 bestätigt, sondern stimme sogar noch etwas optimistischer, sagte Konzernchef Rudolf Rupprecht am Donnerstag in München. "Wir sind etwas schneller vorangekommen, als wir uns das zunächst zugetraut haben." Seine Prognose für das laufende Jahr hob der Konzern leicht an.

dpa-afx MÜNCHEN. Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN gewinnt dank einer starken Auftragslage und Sanierungserfolgen weiter an Fahrt. Der Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr, in dem MAN Gewinn, Auftragseingang und Umsatz kräftig steigerte, habe nicht nur die Erwartungen für 2004 bestätigt, sondern stimme sogar noch etwas optimistischer, sagte Konzernchef Rudolf Rupprecht am Donnerstag in München. "Wir sind etwas schneller vorangekommen, als wir uns das zunächst zugetraut haben." Seine Prognose für das laufende Jahr hob der Konzern leicht an.

An den Börsen verlor die MAN-Aktie dennoch bis zum Mittag stärker als der DAX um zeitweise 4,4 % auf 27,21 ?. Händler und Analysten lobten die Zahlen. "Die Zahlen waren gut", sagte ein Börsianer. "Die Verluste sind wohl auf die alte Börsenweisheit: 'Sell on good News' zurückzuführen."

Für das Gesamtjahr geht MAN nun von einem Anstieg des Vorsteuergewinns um über 50 % auf mindestens 400 Mill. ? aus nach 261 Mill. ? im Vorjahr. "Wir wären noch mutiger gewesen, wenn wir mehr Klarheit über die Entwicklung des Ölpreises hätten", sagte Rupprecht. Bislang war lediglich von einer Größenordnung von rund 400 Mill. ? die Rede.

Dem Konzernchef zufolge wird MAN im kommenden Jahr dicht an seine Renditeziele herankommen. MAN will gemessen am Vorsteuerergebnis eine Kapitalrendite von 15 % sowie eine Umsatzrendite von 5 % erzielen. Mit einem angepeilten Vorsteuerergebnis von mindestens 400 Mill. ? in 2004 läge der Konzern bereits in diesem Jahr bei 12,5 % Kapitalrendite. "Wir werden das Ziel der Kapitalrendite auf jeden Fall früher erreichen als das der Umsatzrendite", sagte Rupprecht. 2005 werde das Vorsteuerergebnis zwischen den Eckpunkten bei Kapital- und Umsatzrendite liegen. Eine genaue Prognose für den Vorsteuergewinn 2005 wollte Rupprecht jedoch nicht geben.

Personalspekulationen

Einen Kommentar zu den aktuellen Spekulationen um einen Wechsel des früheren Finanzchefs von mg technologies , Karlheinz Hornung, zu MAN, lehnte Rupprecht ab. Das ist Sache des Aufsichtsrates", sagte er. Auch zu Spekulationen über eine mögliche Zusammenlegung der Vorstandsbereiche Controlling und Finanzen wollte er sich nicht äußern. Er sagte jedoch: "Ich komme mit der gegenwärtigen Aufgabenverteilung gut zurecht."

Rückenwind erhielt MAN vor allem durch einen starken Auftragseingang. Neben dem wichtigsten Geschäftsfeld Nutzfahrzeuge legten auch die Bereiche Dieselmotoren, Druckmaschinen, Turbomaschinen und Industriedienstleistungen jeweils zweistellig zu. Nach einem Schub um 20 % im ersten Halbjahr auf 7,9 Mrd. ? kletterte der Bestelleingang im Juli noch deutlicher um 36 %. Das Auftragspolster wuchs so in den ersten sieben Monaten um 19 % auf knapp 8,8 Mrd. ?. Den Umsatz konnte MAN im ersten Halbjahr von sechs auf 6,8 Mrd. ? steigern. Unter dem Strich verbuchte der Konzern einen Gewinn von 99 Mill. ? nach 24 Mill. vor Jahresfrist. In den Vergleichszahlen ist dabei der 2003 verkaufte Anlagenbauer SMS nicht berücksichtigt.

Nutzfahrzeugsparte Profitiert VON Lastwagen-Nachfrage

Motor der Ergebnisverbesserung war die Nutzfahrzeugsparte, die von einer lebhaften Lastwagen-Nachfrage profitierte. "Der Nutzfahrzeugebereich erreicht wieder einen Beitrag, der seiner Größe entspricht", sagte Rupprecht. Dagegen blieb das Segment Druckmaschinen, das mit einem anhaltend hohen Preisdruck kämpft, mit einem Minus vor Steuern von 29 Mill. (Vorjahr: minus 37 Mio) Euro in den roten Zahlen. "Wir sind zuversichtlich, im Gesamtjahr die Nulllinie zu überschreiten, vielleicht sogar darüber hinwegzuschwappen", sagte Rupprecht.

Der Konzern verhandelt derzeit für insgesamt rund 7 000 Beschäftigte von MAN Roland in Offenbach und Augsburg sowie von B & W Diesel in Augsburg über eine Verlängerung der Arbeitszeiten. Dabei ist auch die Wiedereinführung der 40-Stunden-Woche im Gespräch. Die nächsten Gespräche für Augsburg stünden im September an, sagte Rupprecht. Er sei zuversichtlich, dass man zu vernünftigen Lösungen kommen werde. Auch der lebhafte Auftragseingang der beiden Segmente könne den anhaltenden Margen-Druck nicht wettmachen. Durch nachlaufende Effekte erwartet MAN in diesem Jahr noch einen Abbau von rund 1 000 Arbeitsplätzen und hatte zusätzlich die Streichung von 500 Stellen angekündigt.

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