"Man muss sich mit den Realitäten abfinden können"
Schily: Berlins Verzicht auf Olympia-Bewerbung "vernünftig"

Bundesinnenminister Otto Schily hat den Verzicht Berlins auf eine Bewerbung um die Olympischen Spiele 2012 als "vernünftig" bezeichnet. Die Hauptstadt wäre wegen ihrer schwierigen finanziellen Lage überfordert gewesen.

dpa HAMBURG. "Man muss sich mit den Realitäten abfinden können", sagte der SPD-Politiker in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag- Ausgabe). "Berlin hat gewaltige Schulden. Das im Endeffekt der Bund für die Kosten einer Olympia-Bewerbung gerade stehen muss, ist ausgeschlossen."

Die Bundesrepublik sei ein "föderativer Staat und kein zentralistischer. Wir sollten uns nicht darauf kaprizieren, dass alle Großereignisse nur noch in Berlin stattfinden können. Deutschland hat in vielen Regionen eine Menge zu bieten", meinte Schily im Hinblick auf die Olympia-Bewerbungen von Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Leipzig und Stuttgart.

"Sehr skeptisch" äußerte sich der Innenminister erneut zu Forderungen aus den Parteien, ein Anti-Doping-Gesetz zu schaffen. Zunächst müsse die Auswertung über die Wirksamkeit des Arzneimittel- Gesetzes erfolgen. "Ein engmaschiges Kontrollnetz ist die effektivste Doping-Bekämpfung", sagte Schily. "Ich glaube, dass wir uns rühmen können, auf dem Gebiet der Doping-Bekämpfung an der fordersten Front zu kämpfen." Die Autonomie des Sports sei ein hohes Gut, der Sport sollte deshalb entscheidende Sanktionsinstanz sein.

Die Verteilung der im Haushalt 2002 vorgesehenen zwei Mill. Euro (rund 3,9 Mill. DM) für Doping-Opfer der DDR nannte der Innenminister eine "sehr schwierige Aufgabe". In jedem einzelnen Fall müsse geklärt werden, wer ist Opfer und wer ist Täter. Nur "wirklichen Opfern" könne Geld zur Verfügung gestellt werden.

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