MAN streicht mehr als 1000 Stellen
Bittere Pille MAN Roland

Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN streicht im kommenden Jahr nochmals mehr als 1000 Arbeitsplätze. Der Abbau lasse sich angesichts der andauernden Konjunkturflaute nicht vermeiden, sagte Finanzvorstand Ferdinand Graf von Ballestrem am Dienstag in München.

HB/dpa MÜNCHEN. "Ich bedauere das." Schon in diesem Jahr fallen bei MAN einschließlich Leiharbeitern 6000 Stellen weg. Damit streicht der Konzern insgesamt nahezu jeden zehnten Arbeitsplatz.

Harte Einschnitte plant der Konzern besonders bei der Druckmaschinentochter MAN Roland, die im dritten Quartal wegen der Flaute auf dem Anzeigen- und Werbemarkt einen Verlust gemacht hat. Dadurch wird der MAN-Konzern die geplante Gewinnsteigerung im laufenden Jahr nicht mehr erreichen.

Der Konzernumsatz blieb im dritten Quartal wegen deutlicher Rückgänge bei Druckmaschinen und Industriellen Dienstleistungen mit 3,8 Milliarden Euro sechs Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Gewinn vor Steuern lag mit 38 Millionen Euro leicht unter der Erwartung vieler Experten. Gedrückt wurde der Konzerngewinn besonders durch einen Verlust von 23 Millionen Euro im Druckmaschinengeschäft. "Neu ist für uns die bittere Pille MAN Roland", sagte von Ballestrem.

Als Konsequenz sollen zwei der vier Werke in Offenbach geschlossen und zahlreiche Arbeitsplätze gestrichen werden. Die genaue Höhe für MAN Roland nannte der Finanzvorstand nicht. "Es geht um erhebliche Größenordnungen", sagte er. Die IG Metall hatte einen Abbau von 740 Stellen bei MAN Roland befürchtet. Auch in der Nutzfahrzeugsparte fallen weitere Arbeitsplätze weg. Im gesamten Konzern beschäftigt MAN rund 75 300 Menschen.

Im Gesamtjahr rechnet MAN wegen der Probleme bei MAN Roland nur noch mit einem Vorsteuergewinn auf dem Niveau des Vorjahres von 213 Millionen Euro. Bislang wollte MAN dieses Ergebnis übertreffen. An der Börse sorgte dieser Ausblick für Enttäuschung. Die MAN-Aktie sank um zeitweise mehr als 3,5 Prozent auf 12,60 Euro und gehörte damit zu den größten Verlierern im Deutschen Aktienindex Dax. Beim Umsatz erwartet MAN im laufenden Jahr nach wie vor eine Größenordnung von 15,5 Milliarden Euro.

Bis Ende September hat MAN davon rund 10,7 Milliarden Euro erreicht. Den Löwenanteil steuerte die Nutzfahrzeugsparte mit 4,6 Milliarden Euro (minus vier Prozent) bei, gefolgt vom Maschinen- und Anlagenbau mit 2,1 Milliarden Euro (minus 12 Prozent). Wegen der schwachen Nachfrage nach Lastwagen und dem Preisdruck stieg der Verlust vor Steuern in der Nutzfahrzeugsparte in den ersten neun Monaten um 19 Prozent auf 75 Millionen Euro. Im Maschinen- und Anlagebau entstand unter anderem durch Verluste bei dem Luft- und Raumfahrtzulieferer MAN Technologie ein Fehlbetrag von 28 Millionen Euro.

Durch Kosteinsparungen rechnet MAN im kommenden Jahr mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung. "Der Tiefpunkt bei MAN ist überwunden. Die Kurve zeigt deutlich nach oben", sagte von Ballestrem. Dies werde sich bereits im laufenden vierten Quartal zeigen. Der Auftragseingang habe im dritten Quartal schon um 15 Prozent auf vier Milliarden Euro zugelegt. Besonders für Dieselmotoren gingen mehr Bestellungen als im Vorjahreszeitraum ein.

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