MAN und Thyssen schwach
Dax profitiert von freundlichen US-Börsen

Der Deutsche Aktienindex hat zur Wochenmitte fester tendiert und dabei von anziehenden Kursen im frühen Geschäft der US-Börsen profitiert. Zuvor hatten es kaum Bewegung am deutschen Markt gegeben, was Händler mit einer üblichen Seitwärtsbewegung nach den starken Kursgewinnen der Vorwoche begründeten.

Reuters FRANKFURT. Gewinnmitnahmen begrenzten aber das Kurspotenzial nach oben, sagten Börsianer. Im Mittelpunkt standen unter anderem die Aktien von Thyssen-Krupp und MAN. Der Deutsche Aktienindex (Dax) notierte am späten Nachmittag mit 5 259 Punkten 0,6 % über seinem Vortagesschluss.

Am Neuen Markt verlor der Auswahlindex Nemax 50 0,3 % auf 1 026 Zähler. Der Nebenwerte-Index M-Dax zog um 0,5 % auf 4 416 Punkte an. In den USA verzeichnete der Industriewerte-Index Dow Jones nach rund einer Handelsstunde einen Aufschlag von 1,1 % auf 10 545 Zähler, während die Technologiebörse Nasdaq ihre Eröffnungsverluste im frühen Verlauf nahezu wett machte und bei 1 862 Zählern tendierte.

Ohne Auswirkung auf das Marktgeschehen blieb die Veröffentlichung der Zahlen der Auftragseingänge aus den USA, die im Rahmen der Erwartungen von Analysten lagen. Die US-Industrie hatte nach Informationen des Handelsministeriums im Januar 1,6 % mehr Aufträge erhalten als im Vormonat. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt einen Anstieg um 1,5 % vorausgesagt. Marktteilnehmer warteten nun auf die Veröffentlichung des Konjunkturberichtes der US-Notenbank, dem Beige Book gegen 20.00 Uhr (MEZ).

MAN steht hinter der konjunkturellen Aufhellung zurück

Im Mittelpunkt des Dax-Handels standen unter anderem die Aktien von MAN, die um 0,7 % auf 27,99 Euro fielen. Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern hat 2001 einen deutlichen Gewinneinbruch verbucht. Falls es eine konjunkturelle Erholung in den USA und Europa gebe, werde sich das Ergebnis im laufenden Jahr im Vergleich zu 2001 verbessern, hieß es weiter.

"Dieser Ausblick ist nicht so gut", sagte ein Händler. Schließlich sei 2001 kein gutes Jahr gewesen. "Das Unternehmen hat noch nicht die Kurve bekommen", sagte Krista Kepler, Analystin bei Merck Finck. Andere Analysten sagten, MAN sei schon immer von der Konjunkturentwicklung stark abhängig gewesen.

Die Aktien des Stahlkonzerns Thyssen-Krupp gaben um 1,6 % auf 17,02 Euro nach, nachdem US-Präsident George W. Bush am Dienstagabend Importzölle für die meisten Stahlerzeugnisse von bis zu 30 % verhängt hatte, um die US-Stahlbranche zu schützen. "Das sieht nicht gut aus für den ganzen Sektor und bewegt die Leute dazu, ihre Gewinne mitzunehmen", sagte Aktienhändler Marco Herrmann von der HypoVereinsbank. Die Thyssen-Aktie hat zuletzt deutlich an Wert gewonnen und sich seit Jahresbeginn auch besser als der Dax entwickelt.

Gewinnmitnahmen bei der Lufthansa

Thyssen-Krupp hält indes an seiner Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr fest. Der Konzern liefert nach eigenen Angaben Stahl im Volumen von 200 Millionen Euro Umsatz in die USA, was knapp zwei % des Gesamtumsatzes entspreche.

Lufthansa-Papiere verloren 1,8 % auf 18,90 Euro. Aktienhändler Simon Rose von KBC sagte: "Das sind klare Gewinnmitnahmen." Lufthansa hatte in den vergangenen Tagen wiederholt zu den größten Kursgewinnern gezählt. Seit seinem Ende September 2001 erreichten Tiefststand von rund acht Euro hat das Papier damit mehr als 130 % zugelegt.

Cargolifter-Aktie zieht stark an

Der im M-Dax notierte Getränkeabfüllanlagen-Hersteller Krones hat seine Ergebnisziele 2001 Jahr übertroffen und will den Aktionären wie versprochen mehr Dividende zahlen. Krones-Papiere legten im M-Dax um ein % auf 49,50 Euro zu.

Die Titel des Luftschiffbauers Cargolifter stiegen um 13,1 % auf 3,72 Euro. Die Bundesregierung hatte zuvor Hilfen in Aussicht gestellt, falls das Unternehmen einen Rückzahlungsplan für ein beantragtes Darlehen von 300 Millionen Euro vorlegt.

Am Neuen Markt legten Anteile des Chip-Händlers CE Consumer mehr als fünf % auf 7,70 Euro zu. Das Unternehmen hat im Geschäftsjahr 2001 die Erwartungen von Analysten bei Umsatz und Vorsteuerergebnis übertroffen.

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