Management des Fußballvereins bricht Übernahmegespräche mit US-Unternehmer Glazer ab
2:0 für Manchester United

Die Fans von Manchester United haben doppelten Grund zum Feiern: Am Sonntag hat ihre Fußballmannschaft das Spiel gegen den favorisierten Tabellenführer Arsenal London 2:0 gewonnen; und gestern hat ihr Club die Gespräche mit dem Kaufinteressenten Malcolm Glazer abgebrochen. Zuvor waren bereits die Verhandlungen Glazers mit den größten Anteilseignern des Clubs über den Verkauf ihrer Aktien gescheitert.

su HB LONDON. Als Grund für den Abbruch der Gespräche mit ManU gab der Verein an, die Finanzierung der Übernahme sei nicht im Interesse des Clubs. Der US-Unternehmer Glazer hat in den vergangenen Wochen seinen Anteil an ManU aufgestockt und ist jetzt mit 28,11 Prozent zweitgrößter Aktionär des börsennotierten Vereins. Glazer will das Unternehmen Manchester United Plc. kaufen und von der Börse nehmen. Da er den Kaufpreis von bis zu 800 Mill. Pfund (umgerechnet rund 1,15 Mrd. Euro) nicht selbst aufbringen kann, muss er Kredite aufnehmen.

Ein konkretes Angebot hat Glazer nach Angaben von ManU nicht vorgelegt. Man habe aber über die mögliche Finanzierung der Übernahme gesprochen. Das Management teilte nun mit, ein Gebot vor Glazer sei voraussichtlich "übermäßig mit Fremdkapital" finanziert und deshalb nicht "im besten Interesse des Unternehmens".

Die Fans des Vereins, die zusammen fast ein Fünftel der Aktien halten, haben einer Übernahme von ManU durch den 76-jährigen US-Tycoon stets ablehnend gegenübergestanden. Die Vereinigung Shareholders United argumentiert, dann müssten die Profite des reichsten Fußballvereins der Welt - im Geschäftsjahr 2003/2004 immerhin noch rund 27 Mill. Pfund - für Zinszahlungen auf Glazers Kredite statt für den Verein verwendet werden.

Glazer muss vor allem die größten Aktionäre, die beiden irischen Rennveranstalter John Magnier und J. P. McManus von seinem Konzept überzeugen. Sie halten 28,9 Prozent der ManU-Anteile. Gespräche mit Glazer über einen Verkauf des Pakets - nach Angaben aus informierten Kreisen für drei Pfund je Aktie - waren kürzlich gescheitert. Nach britischem Aktienrecht kann ein Anteilseigner den anderen Aktionären ein Übernahmeangebot machen, wenn er 30 Prozent der Aktien hält. 90 Prozent der Anteile muss er haben, wenn er das Unternehmen von der Börse nehmen will.

Mit dem Abbruch der Gespräche zwischen dem ManU-Management und Glazer ist der Kampf um den Fußballverein keineswegs beendet. Der Club teilte gestern mit, man sei bereit für weitere Gespräche - mit Glazer und anderen interessierten Aktionären. Glazer braucht die Unterstützung des Managements. Die britische Zeitung "Observer" hatte berichtet, die Investmentbank J.P. Morgan, die den US-Unternehmer bei dem Geschäft berät, werde Kredite in Höhe von 400 Mill. Pfund nur freigeben bei einer Empfehlung der ManU-Führung für Glazers Gebot.

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