Management will Werbeagentur kaufen
Management Buyout bei Scholz & Friends

Das Management von Scholz & Friends will die einzige börsennotierte Werbeagentur Deutschlands zusammen mit einer Finanzbeteiligungsfirma übernehmen.

Reuters STUTTGART. Einer der beiden Vorstandsvorsitzenden, Sebastian Turner, bestätigte am Donnerstagabend vor dem Wirtschaftspresse-Club in Stuttgart die Pläne. "Wir trauen uns ein Management Buyout zu", sagte er. Die britische Werbe-Holding Cordiant, die unter dem Druck der Banken steht, hatte im Februar angekündigt, ihre Beteiligung von 77 % an der Berliner Agentur zu verkaufen, die seit 2001 an der Börse ist. Das Management ist bereits jetzt mit zehn Prozent an Scholz & Friends beteiligt.

Ziel der Transaktion sei ein in Deutschland noch einmaliges Modell mit bis zu 25 Partnern aus der Führungsriege der Agentur, wie es bei Unternehmensberatern oder Wirtschaftsprüfern üblich ist, sagte Turner. Für den Kaufpreis, der über dem Börsenwert von 20 Mill. ? liegen soll, bräuchten die Agentur-Chefs aber einen Finanzpartner, der den Löwenanteil der 76 % übernehmen soll: "Die Summe, um die es geht, ist für uns nicht aufbringbar", betonte der Co-Vorstandschef. Ob Scholz & Friends nach einer Übernahme an der Börse bleiben könnte, sei offen.

Auch die weltgrößte Werbeagentur WPP hatte Interesse an Scholz & Friends angemeldet. Cordiant hatte erklärt, es gebe zahlreiche Bewerber um die 1981 von Jürgen Scholz gegründete Agentur. Turner, der Kreativdirektor der Agentur, gilt als der Urheber der erfolgreichen Kampagne "Dahinter steckt immer ein kluger Kopf" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und des Slogan "Wir können alles - außer Hochdeutsch", mit dem das Bundesland Baden-Württemberg wirbt. Im vergangenen Jahr war Scholz & Friends bei einem Rückgang des Umsatzes auf 69,0 von 74,4 Mill. ? mit einem Verlust von 10,4 Mill. ? vor Steuern tief in die roten Zahlen gerutscht.

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