Manager angefressen
Thon will bei Schalke in die erste Reihe

Olaf Thon geht bei seinem Stammverein in die Offensive: Nach der Entlassung von Trainer Jupp Heynckes drängt Ex-Profi und derzeitige Repräsentant des FC Schalke auf eine verantwortungsvolle Position im Verein. Am Freitag ist zu dem Thema ein Gespräch mit Manager Rudi Aussauer geplant. Doch der stellt den Ex-Nationalspieler ins Abseits.

GELSENKIRCHEN. "Ich will eine verantwortliche Position übernehmen, ob als Manager oder Trainer ist egal. Die Zeit ist reif", sagte Thon, der nach eigenen Angaben in die Heynckes-Entlassung "nicht eingeweiht" worden war und am Freitag einen Gesprächstermin mit Assauer hat: "Da wird sich entscheiden, ob Olaf Thon weiter beim FC Schalke sein kann oder nicht." Er habe schon lange gesagt, dass er näher an den Sport heranwolle. Man habe auch immer wieder darüber gesprochen. Aber passiert sei nichts. So sei er auch bei der letzten Trainerentscheidung bereits übergangen worden. "Ich will dem FC Schalke jetzt unbedingt helfen."

Bei Assauer stieß Thons ultimative Forderung auf wenig Verständnis. "Diesen Weg einzuschlagen und über die Medien eine Position einzufordern war dumm von Olaf", sagte der Manager sichtlich angefressen. "So geht es jedenfalls nicht. Ich weiß nicht, ob unser Gespräch am Freitag nun überhaupt noch stattfinden wird." Thon müsse noch viel lernen. "Er muss Geduld haben und erst den Trainerschein machen."

Aus seiner Skepsis gegenüber Thon macht er ebenso wenig einen Hehl wie aus seiner Wertschätzung für Stevens, der am 9. Oktober 2002 gehen musste. Auf kaum einer Vereinsfeier fehlt der Niederländer, längst ist die zwischenzeitlich kriselnde Männerfreundschaft wieder intakt. Und dass Stevens derzeit beim Zweitligisten 1. FC Köln unter Vertrag steht, nehmen die Fans offenbar nur am Rande zur Kenntnis. Liebend gern hätten sie den Vater des Uefa-Cups-Erfolges von 1997 wieder.

Thon macht derzeit seinen Trainerschein und absolviert beim Nachbarverein VfL Bochum unter Trainer Peter Neururer bis Ende September ein Praktikum.

Marc Renner  Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Marc Renner
Handelsblatt / Chef vom Dienst
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