Manager fordert Schadensersatz wegen Rufschädigung
Mannesmann-Affäre – jetzt zieht Esser vor Gericht

Der ehemalige Mannesmann-Chef Klaus Esser geht in die Offensive: Mit einer so genannten Amtshaftungsklage gegen das Land Nordrhein-Westfalen, die am Dienstag beim Landgericht Düsseldorf eingegangen ist, fordert er jetzt Schadensersatz.

ms/slo/tpp DÜSSELDORF. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft habe rechtswidrig ein Ermittlungsverfahren wegen der umstrittenen Millionenabfindungen an ehemalige Manager der Mannesmann AG nach der Übernahme durch den britischen Vodafone-Konzern eingeleitet. Für die Rufschädigung will Esser jetzt Geldersatz, den er im Erfolgsfall spenden will.

Die Ermittlungen seien ohne tatsächliche Anhaltspunkte eingeleitet worden, begründet Esser die Klage. Sie seien auch fortgeführt worden, obwohl es weiterhin keine Indizien gegeben hätte. Bei den vor mehr als einem Jahr begonnenen Ermittlungen ging es zunächst um die Frage, ob die größte Fusion der Wirtschaftsgeschichte von Vodafone durch Zuwendungen an Mannesmann-Manager, darunter auch Esser, erkauft worden ist. Nach Handelsblatt-Informationen haben die Staatsanwälte den Vorwurf der Käuflichkeit fallen lassen. Sie erwägen offenbar aber eine Klage wegen Untreue gegen Ex-Aufsichtsräte von Mannesmann, darunter Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und IG-Metall-Chef Klaus Zwickel.

Essers Vorstoß könnte nach Ansicht von Experten durchaus Erfolg haben - vorausgesetzt, er kann auch beweisen, dass keine konkreten Tatsachen vorgelegen haben, die einen Anfangsverdacht begründen. Dann wäre eine Schadensersatzklage nicht von der Hand zu weisen, sagt der Staatshaftungsrechts-Experte Wolfgang März von der Universität Rostock. Der Staatsanwalt sei verpflichtet, bei seinen Entscheidungen die Persönlichkeitsrechte des Beschuldigten zu beachten, und diese Pflicht verletze er, wenn er ohne konkrete Anhaltspunkte Ermittlungen anordne.

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