Manager sehen dennoch "gesunde Phase des Gründerbooms"
Topmanager: Einbruch am Neuen Markt war vorhersehbar

Der Einbruch der Aktien am Neuen Markt in den vergangenen Monaten war nach Meinung deutscher Topmanager vorhersehbar. Hinter guten Ideen hätten zu häufig nur unausgegorene Produkte gesteckt, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bayer AG, Manfred Schneider, am Mittwoch auf dem 8. Deutschen Wirtschaftskongress in Köln.

dpa KÖLN. Siemens-Chef Heinrich von Pierer sprach von einer künstlich aufgeblähten Blase, deren Platzen nur eine Frage der Zeit gewesen sei. Trotz der Einbrüche gebe es in Deutschland aber nach wie vor einen Gründerboom.

Viele der "New Economy"-Unternehmen wurden nach Ansicht der beiden Manager entgegen den Gesetzen der Rechnungslegung völlig überbewertet. "Nicht mal 5 % der Start-Ups haben schwarze Zahlen geschrieben und wurden trotzdem hochgejubelt", sagte Schneider. Firmengründer könnten bei der Umsetzung ihrer Ideen nicht ignorieren, dass sich eine Unternehmung irgendwann rechnen müsse. Zwar gebe es in Deutschland immer noch viele risikobereite Jungunternehmer, die ihre Pläne aber zunehmend auf einer stabilen wirtschaftliche Basis aufbauten. Sowohl Schneider als auch von Pierer sprachen von einer gesunden Phase des Gründerbooms.

Dabei verneinten beide Konzern-Chefs eine Trennung von "Old" und "New Economy". Vielmehr komme es auf die Verknüpfung der Möglichkeiten der neuen mit den Stärken der traditionellen Wirtschaft an. So erwirtschafteten beispielsweise die so genannten alteingesessenen Unternehmen bereits heute Millionenumsätze mit elektronischem Handel. "Das zeigt: Es gibt nur eine Ökonomie", sagte Schneider. Die müsse sich allerdings ständig Neuerungen öffnen.

Bei der zweitägigen Veranstaltung in der Kölner Universität diskutieren 400 hochkarätige Unternehmer mit mehr als 400 Studenten aus 71 Ländern über Strategien und Konzepte für das Wirtschaften im 21. Jahrhundert. Hauptthema des Kongresses sind die Veränderungen, welche die "vernetzte Welt" im Zeitalter der "New Economy" mit sich bringt. Als Referenten treten unter anderem Bundesfinanzminister Hans Eichel, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Rolf-Ernst Breuer, sowie Telekom-Chef Ron Sommer in Köln auf.

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