Manager Uli Hoeneß sieht seinen Klub als eines der „profitabelsten Unternehmen in Deutschland“
Bayern München AG erwartet erneut Rekordjahr

Nur auf den ersten Blick mag für den FC Bayern München das Spiel gegen den Abstiegskandidaten 1. FC Köln (3:0) weniger wichtig gewesen sein als die nächste große Aufgabe in der Champions League gegen Real Madrid.

mwb MÜNCHEN. Finanziell sieht die Bewertung anders aus. "Wenn wir in der Liga nur Fünfter werden, kostet uns das 25 Millionen Euro", sagte Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß vor dem Club Wirtschaftspresse München.

Mit Erreichen des Viertelfinales sei dagegen der größte Teil der in diesem Jahr möglichen Einnahmen in der Champions League schon eingefahren. Die 50 Millionen Euro des Vorjahres seien aber wegen des Verrechnungsschlüssels, der sich auch am Weiterkommen von Bayer Leverkusen orientiert, nicht zu erreichen. Dennoch erwartet Hoeneß, dass dieses Jahr "besser als letztes" wird. Im Jahr des Champions-League-Sieges erzielte Bayern München einen Rekordumsatz von 185 Millionen Euro und einen Gewinn nach Steuern von 28 Millionen Mark.

"Wir sind mit einer Rendite von 15 Prozent eines der profitabelsten Unternehmen in Deutschland", erklärte Hoeneß. Für Spielerkäufe benötige er lediglich die Festgeldabteilung der Hausbank, wiederholte der Manager einen seiner Lieblingssätze. Mit der in den vergangenen Jahren angesparten Substanz könne der FC Bayern auch zwei Jahre ohne internationalen Wettbewerb bestehen.

Auch nach der Umwandlung in eine AG im Februar sei ein Börsengang kein Thema. "Wir wollen zunächst das neue Stadion bauen", sagte Hoeneß. Damit könne man ab 2005 dem Anleger ein "richtiges Asset" bieten. "Wir wollen die Anleger ja nicht als Melkkuh benutzen", sagte Hoeneß.

Kürzlich konnte München den Versicherungsriesen Allianz als Hauptsponsor fürs neue Stadion gewinnen. Auch die rund 77 Millionen Euro, die Adidas dem FC-Bayern für die zehnprozentige Beteiligung überweisen wird, will Hoeneß als Kredit an die Stadion GmbH weiterreichen. Weitere Beteiligungen seien nicht geplant. Zuletzt hatte der Klub die Deutsche Telekom als neuen Hauptsponsor präsentiert.

Zudem macht sich der 50-jährige Bayern-Manager wegen der Kirch-Krise keine Sorgen um die Fernsehgelder der Bundesliga. "Wir haben ein gutes Produkt, und wir haben Verträge", sagte Hoeneß. Auch in den nächsten Jahren erwartet er für die Bundesligavereine etwa 350 bis 500 Millionen Euro pro Saison aus den Fernsehrechten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%