Manager verhaftet
Österreichs Fußball-Meister droht Zwangsabstieg

Österreichs Fußball-Meister FC Tirol steht vor dem Aus. Dem Verein droht der Zwangsabstieg in die Amateurliga, nachdem am Dienstag Manager Robert Hochstaffl unter dem Verdacht des schweren Betruges verhaftet worden ist.

dpa INNSBRUCK. Statt der erhofften Teilnahme an der Champions League wird dem vom Deutschen Joachim Löw trainierten Traditionsclub am Donnerstag voraussichtlich die Lizenz für die Profiliga entzogen.

Dem verhafteten Hochstaffl wird nach Angaben des Innsbrucker Staatsanwaltes Eckart Rainer zur Last gelegt, seinen Verein mit gefälschten Schecks um knapp 300 000 Euro betrogen zu haben. Weiter soll er aus der Vereinskasse 4,5 Millionen Euro für seine private Firma abgezweigt haben. Daneben seien gegen den früheren Club- Präsidenten Martin Kerscher und den amtierenden Präsidenten Othmar Bruckmüller Voruntersuchungen wegen ausstehender Zahlungen an die Krankenkasse für die Spieler eingeleitet worden. Zudem stünden beide im Verdacht, nicht näher bezeichnete Gläubigerinteressen verletzt zu haben.

Frist läuft bis Donnerstag

Am Freitag war eine Frist der Bundesliga abgelaufen, wonach der FC Tirol für die kommende Saison Barmittel von wenigstens 4,5 Millionen Euro nachweisen musste. Die Frist wurde zwar bis Donnerstag verlängert, doch nach den Worten von Bundesliga-Geschäftsführer Reinhard Nachbagauer gibt es kaum noch Hoffnung für den angeschlagenen Verein: "Es geht klar in Richtung keine Lizenz."

Der FC Tirol hat Schulden in Höhe von 16 Millionen Euro zu Buche stehen. Die Spieler haben seit Monaten keine Gehälter mehr bekommen und können den Verein ablösefrei verlassen. Einige Leistungsträger haben bereits Verträge bei neuen Vereinen unterzeichnet. Der für Mittwoch geplante Trainingsauftakt wurde vorläufig auf Freitag verschoben. Spieler und Trainer wollten keinen Kommentar zur Situation abgeben.

"Nicht positiv für die Liga"

Für den österreichischen Fußball wäre der Zwangsabstieg des Tiroler Spitzenclubs, bei dem unter anderem schon Trainer wie Ernst Happel und Kurt Jara zu Meisterehren gekommen waren, nach der verpassten WM-Qualifikation und dem frühen Ausscheiden in den europäischen Club-Wettbewerben ein weiterer schwerer Schlag. Daher will die Bundesliga auch noch einige Tage abwarten: "Wenn wir dem Meister keine Lizenz geben, ist das nicht positiv für die Bundesliga. Aber die Entwicklung ist Besorgnis erregend und stimmt mich nicht positiv", sagte Nachbagauer. Im Falle eines Lizenzverlustes würde der letztjährige Tabellenletzte Admira Wacker Mödling in der obersten österreichischen Spielklasse bleiben.

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