Manager Weber überlegt Börsengang
Schumacher bald als Aktie?

Michael Schumacher ist womöglich bald als Aktie zu kaufen. Sein Manager Willi Weber erwägt, das Merchandising- Geschäft mit dem teuersten Sportstar der Welt an die Börse zu bringen.

dpa MONTE CARLO. "Wir sind schon länger am Überlegen, eine Konstruktion zu finden, um an die Börse zu gehen", sagte der findige Geschäftsmann in Monte Carlo. "Das spukt mir im Kopf herum." Das Problem liegt laut Weber darin, dass der Wertpapier-Handel "mit Persönlichkeitsrechten unheimlich schwierig ist". Denkbare Lösung sei, die Produkte der Marke Schumacher am Boom teilhaben zu lassen, ohne dass der Formel-1-Fahrer als Mensch zum Kaufobjekt auf dem Parkett wird.

Immer reicher, immer teurer: Der zweimalige Weltmeister, dessen Jahreseinkommen auf umgerechnet rund 85 Mill. DM geschätzt wird, birgt nach Ansicht seines Managers noch neue Marketing- Möglichkeiten. Demnächst soll der große amerikanische Markt, wo im September erstmals nach neun Jahren wieder ein Formel-1-Rennen auf dem Programm steht, erobert werden, kündigte Weber vor dem Großen Preis von Monaco an: "Amerika ist eine Herausforderung."

Derzeit arbeitet er an neuen Lizenzgeschäften mit US-Partnern, die die Merchandising-Artikel der Brüder Michael und Ralf Schumacher auf ihrem Kontinent vertreiben sollen. "Die Zwei haben schon einen großen Bekanntheitsgrad dort", so Weber, der den Gang der Geschäfte als "überaus erfolgreich" bezeichnete.

Finanziell nötig hätten Michael Schumacher und sein Manager die Mühen längst nicht mehr. Durch den hohen Dollarkurs mehrt sich das Vermögen des zum Großteil in US-Währung bezahlten Kerpeners ohnehin automatisch. "Der Dollarkurs ist von Vorteil für uns", sagte Weber. Die Einkünfte setzen sich aus drei Haupt-Quellen zusammen: Allgemein wird geschätzt, dass Schumacher rund 60 Mill. DM als Jahresgehalt von Ferrari, etwa 15 Mill. DM von persönlichen Sponsoren und weitere 10 Mill. DM durch die rund 350 Artikel umfassende Schumacher-Kollektion erhält. Während das Geschäft in den letzten Jahren etwas stagnierte, zeigt der Trend 2000 nach oben. Weber: "Ich habe das Gefühl, dass es jetzt wieder sehr stark ansteigt."

Als letzter Schrei werden zusammenklappbare "Schumi"-Tretroller angeboten. Noch immer ist die Mütze der Renner bei den Fans. Laut Weber wurden in diesem Jahr bereits 400 000 "Rotkäppchen" verkauft, deutlich sichtbar vor allem beim von deutschen Anhängern des Kerpeners übervölkerten Monaco-Grand-Prix. "Mir geht das Herz auf, wenn ich die vielen roten Mützen sehe", sagte Weber.

In punkto persönliche Sponsoren ist nach Angaben des Schwaben das Maximum erreicht. Zehn Unternehmen werben mit Schumacher: Der Schriftzug einer Vermögensberatung (DVAG) steht auf seiner Mütze, in TV-Spots streicht sich Schumacher für einen Kosmetik-Konzern (L'Oreal) werbewirksam durchs Haar. Er preist Autos des Ferrari - Mutterkonzerns Fiat sowie Lutschbonbons eines Süßwaren-Unternehmens (Ferrero) an. Zudem hat der 31-Jährige Verträge mit einem Uhrenhersteller (Omega), einem Sportausrüster (Nike), einer Bekleidungsfirma (Hilfiger), einem TV-Sender (RTL), einem Spielwaren- Produzenten (Mattel) und einem Keramik-Unternehmen (Kerakoll). Die Termine, an denen der vielbeschäftige Ferrari-Pilot den Sponsoren zur Verfügung stehen muss, sind laut Weber streng reglementiert. 16 PR-Tage pro Saison sind das Limit.

Recht unangenehm ist es Schumacher selbst, wenn seine Einkünfte öffentlich zum Thema werden. Vieles werde in den Medien übertrieben, meint er. "Das geht eigentlich niemanden etwas an", sagte er vor einigen Wochen und schlug vor, im Gegenzug "auch die Kontoauszüge derjenigen zu veröffentlichen, die das immer schreiben".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%