Manager will die Summe spenden: Esser hat Chancen auf Schmerzensgeld

Manager will die Summe spenden
Esser hat Chancen auf Schmerzensgeld

Die Persönlichkeitsrechte von Klaus Esser wurden möglicherweise verletzt, als die Staatsanwaltschaft der Presse Informationen über ihre Ermittlungen wegen der hohen Abfindungen bei der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone zugeleitet hat. Dieser Ansicht scheint das Düsseldorfer Landgericht zuzuneigen.

HB/dpa DÜSSELDORF.Den Hauptvorwurf, die Ermittlungen gegen den früheren Top-Manager seien rechtswidrig gewesen, sah das Gericht aber als nicht erfüllt an. Für Ermittlungen reiche ein vertretbarer Anfangsverdacht aus, so die Vorsitzende Richterin Ellen Stockschlaeder-Nöll. Die Zivilkammer will am 30. April ihre Entscheidung verkünden. Die Staatsanwaltschaft hatte wegen der Geldflüsse bei der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone Anklage wegen des Verdachts der schweren Untreue gegen Esser und weitere Beschuldigte erhoben.

Er sei Opfer einer zweijährigen "Diffamierungskampagne" geworden, sagte Esser am Mittwoch. Mit "ständig wechselnden Vorwürfen" hätten die Ermittler "Stimmungsmache" gegen ihn betrieben. Immer, wenn sich ein Vorwurf als haltlos erwiesen habe, sei ein weiterer erhoben worden.

Der Anwalt des Landes Nordrhein-Westfalen, Joachim Rustemeyer, wies die Vorwürfe gegen die Ermittlungsbehörden zurück. Die Staatsanwälte hätten das Recht und die Pflicht, bei einem Anfangsverdacht zu ermitteln und die Öffentlichkeit über wesentliche Vorgänge zu informieren. Von einer Vorverurteilung könne keine Rede sein. Auch aus den Reihen der Beschuldigten seien Informationen an die Medien geflossen. Nach dem Verfahren sprach Rustemeyer von einer "Patt-Situation, mit der beide Seiten leben können".

Wegen "massiver Rufschädigung" hatte Esser Schmerzensgeld in Höhe von mindestens 100 000 Euro und Schadenersatz für Anwaltskosten in Höhe von ebenfalls rund 100 000 Euro verlangt. Ihm gehe es nicht um das Geld, das er ohnehin einem guten Zweck spenden werde, sondern um seine Rehabilitation, sagte der Manager.

Nach Ansicht der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ist Mannesmann durch aktienrechtlich unzulässige Prämien und Pensionen um bis zu 111 Millionen DM (57 Millionen Euro) geschädigt worden. Derzeit prüft eine Wirtschafts-Strafkammer des Gerichts, ob die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen wird. Esser arbeitet inzwischen für die General Atlantic Partners GmbH. Esser bestätigte am Mittwoch, im Zusammenhang mit der Übernahme vor drei Jahren rund 30 Millionen Euro erhalten zu haben.

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