Manager wissen seit Jahren von fragwürdigen Bilanzen
Worldcom-Manager im Visier der Staatsanwälte

US-Staatsanwälte wollen voraussichtlich in der nächsten Woche gegen zwei ehemalige Finanzchefs des insolventen US-Telekomkonzerns Worldcom Anklage erheben. Sie wollen untersuchen, welche Rolle der Ex-Finanzchef Scott Sullivan und der ehemalige Controller David Myers in dem Buchhaltungsskandal gespielt haben, in den das unter Gläubigerschutz stehende Unternehmen verstrickt ist. Dies berichtet das Wall Street Journal mit Berufung auf unternehmensnahe Kreise. Sullivan soll laut Staatsanwaltschaft der Drahtzieher in der Betrugssache gewesen sein, Myers soll von den Unregelmäßigkeiten gewusst haben.

bba/wsj NEW YORK. Auch der ehemalige CEO von Worldcom, Bernard Ebbers, wird möglicherweise angeklagt. Die Anklage gegen die zwei Ex-Mitarbeiter soll laut Informationen des Wall Street Journal dazu genutzt werden, Beweismaterial gegen Ebbers zu sammeln. Er musste im April das Unternehmen verlassen. CFO Sullivan musste zwei Monate später gehen, nachdem bekannt wurde, dass der Konzern rund 3,8 Mrd. $ falsch verbucht hatte und damit in die größte Insolvenz der USA geschlittert war. Die Staatsanwaltschaft New York will unter anderem wegen Wertpapierbetrug Anklage erheben.

Der US-Börsenaufsicht SEC, die gegen Worldcom bereits Zivilklage wegen Betrug erhoben hat, gingen interne Unterlagen zu, die Sullivan und Myers belasten. Sie zeigen, dass die beiden bereits vor zwei Jahren von zwei Mitarbeitern darüber unterrichtet wurden, dass die im Konzern angewendeten Bilanzierungspraktiken fragwürdig seien. Erst vor zwei Tagen hat die SEC in einem weiteren spektakulären Fall von Bilanzfälschung Klage gegen Manager des insolventen Kabelbetreibers Adelphia eingereicht. Der Firmengründer John Rigas und vier weitere Manager wurden festgenommen.

Quelle: Handelsblatt

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