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Managerkurse sind nicht immer ihr Geld wert

Wer sich an einer Business School weiterbilden will, muss aufpassen. Denn eines haben die Kurse gemeinsam: Sie sind teuer. Ob sie ihr Geld wert sind, ist eine andere Frage.

Es muss nicht immer ein vollständiges MBA-Studium sein. Wer im Beruf steht, sich für die nächste Aufgabe nach dem Karrieresprung fit machen oder ganz einfach einmal den Kopf durchlüften und sich auf den neuesten Stand des Management-Know-hows bringen will, dem reichen wahrscheinlich die so genannten Executive-Education-Programme: mehrtägige bis mehrwöchige Managerkurse für mehrere Tausend bis mehrere Zehntausend Euro.

Das weltweite Angebot ist riesig, und es ist kein Geheimnis, dass diese Kurse die wirklichen Geldbringer für die Business Schools sind. Da lohnt es sich, zweimal hinzuschauen und für seine Bedürfnisse das richtige Programm herauszupicken. Es ist nicht mehr nötig, wirklich einen Harvard-MBA zu machen, um zu sagen, dass man auch an Harvard war.

Ein "Programm-Picker" ist Martin Möhrle, Chief Learning Officer der Deutschen Bank - einer der wenigen Personaler in Deutschland, die sich auf dem internationalen Business-School-Markt auskennen. Möhrle schickt Deutschbanker nicht in irgendein von ihm ausgesuchtes Programm, sondern trifft eine Qualitätsauswahl für Mitarbeiter. "Wir sind da nur hausinterner Consultant", sagt er ohne Bedauern. 50 bis 60 Programme der besten Business Schools in aller Welt hat er im Intranet der Deutschen Bank aufgelistet. Den Lesern von Junge Karriere gibt Möhrle ein paar Tipps:

Die beiden vielleicht wichtigsten Auswahlkriterien für ein gutes Executive-Education-Programm sind die Internationalität und die Diversität der Teilnehmer. Ein solches Programm lebt vom "peer learning", also vom Erfahrungsaustausch mit den anderen Teilnehmern. Je besser die sind, desto besser ist das Programm. Man sollte auf die Altersstruktur der Teilnehmer schauen, darauf, aus welchen Industriezweigen sie kommen etc.

Wichtig ist weiterhin die "faculty", also der Lehrkörper. Wer wissen will, was ihn erwartet, der sollte den Professor oder Dozenten, der das Programm leitet, genauer anschauen, seinen Lebenslauf, seine Veröffentlichungen, seine "Denke".

In der Regel hat eine Schule, die ein gutes MBA-Programm anbietet, auch ein gutes Executive-Education-Programm. In Europa sind das Insead, IMD, die London Business School, Ashridge und Henley. In den USA Harvard, Columbia, Stern, Michigan, Darden und Duke. Gute Anbieter ohne eigenes MBA-Programm sind das Aspen Institute und das Centre for Creative Leadership. Die Qualitätsunterschiede zwischen den Programmangeboten von Business Schools der ersten Liga sind vor allem bei General-Management-Programmen gering.

Man sollte ein Executive-Education-Programm nicht als Karriereturbo in dem Sinn verstehen: Ich will mal Top-Manager werden, also gehe ich in ein Programm für Top-Manager. Dieser Reflex ist völlig falsch. Wer als Spezialist in die erste Führungsaufgabe wechseln will, der sollte auch ein Programm auswählen, das genau darauf vorbereitet.

Es ist ratsam, ein Programm zu wählen, das sich am Markt bewährt hat, das es also schon mehrere Jahre gibt. Man kann auch ehemalige Programmteilnehmer nach ihren Erfahrungen fragen.

Wenn es darum geht, die Programminhalte in seine persönliche Arbeitsaufgabe zu übersetzen, wie zum Beispiel im Projektmanagement, empfiehlt sich die Wahl eines gesplitteten Programms: Nach einem ersten Block kehren die Teilnehmer nach einiger Zeit noch einmal an die Schule zurück, können über die Resultate nachdenken, erhalten in der Zwischenzeit möglicherweise ein Coaching.

Wer seine Teilnahme an einem Executive-Education-Programm selbst finanziert, kann durchaus sparen. In Europa findet man bei Ashridge und Henley, in den USA bei Michigan oder Tuck Programme, die praktisch die gleiche Qualität bieten wie ihre höherpreisigen Wettbewerber, aber bei 20 bis 30 Prozent niedrigeren Preisen. Bis zum mittleren Management ist das völlig ausreichend, da sind keine Starprofessoren nötig.

Die wichtigsten Programme im Überblick

Quelle: Junge Karriere

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