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Manfred Krug will keine TV-Filme mehr drehen

"Ich bin Rentner", so der beliebte Schauspieler. Er habe keine Lust mehr, sich vor Kameras herumzutreiben.

dpa HAMBURG. Der Schauspieler Manfred Krug will keine Fernsehfilme mehr drehen. Das teilte der 65-Jährige in einem Brief der "Bild am Sonntag" mit. "Nun ist es passiert: Ich bin Rentner und habe weder Lust, mich weiter vor den Kameras rumzutreiben, noch will ich dem Publikum bis in alle Ewigkeit erklären, was für ein netter Kerl ich bin", zitiert das Blatt aus einem maschinengeschriebenen Brief, den die Zeitung auf eine Interview-Anfrage von Krug erhalten habe. Weiter schreibe der beliebte Schauspieler "s ist Feieroahmd" und verabschiede sich mit "ganz lieben Grüßen".

Krug, der am 8. Februar 65 Jahre alt wurde, hatte vor einem Jahr seinen Abschied als Hamburger "Tatort"-Kommissar Paul Stoever gegeben. 16 Jahre lang hatten er und Charles Brauer in der ARD Kriminalfälle gelöst und dabei auch immer wieder Gesangseinlagen gegeben. Auch mit der Rolle eines Rechtsanwalts in der Fernsehserie "Liebling Kreuzberg" hatte sich der Darsteller in die Herzen des Publikums gespielt.

Der gelernte Stahlschmelzer war im Osten und Westen Deutschlands gleichermaßen populär. Anhänger nannten ihn einen "DDR-Star mit Weltniveau". In der DDR war ihm der künstlerische Durchbruch mit Filmen wie "Auf der Sonnenseite" oder "Fünf Patronenhülsen" gelungen. Seinen berühmtesten Kinofilm drehte der DDR-Nationalpreisträger 1966: In "Spur der Steine" spielte er den aufmüpfigen Führer einer Baubrigade.

Nach seinem Protest gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann 1976 hatte Krug in der DDR kaum noch die Chance zu arbeiten. Zwei bereits fertige Filme wurden nicht mehr gezeigt, weitere schon zugesagte Rollen gestrichen. Im April 1977 beantragte der Schauspieler die Ausreise in den Westen und übersiedelte mit der Familie wenige Monate später nach West-Berlin. Im Westen stellte sich der Erfolg nicht gleich ein, zunächst musste sich Krug mit Vorabendserien ("Auf Achse") begnügen.

Einen Schlaganfall von 1997 wertete der beliebte Schauspieler, Chansonnier und Buchautor als einen "Schuss vor dem Bug". Schreiben will Krug der "Bild am Sonntag" zufolge weiter, mit seiner Tochter Fanny plane er zudem eine Tournee als Jazzsänger. Und auch für seine Werbespots für die Telekom wolle Krug weiter vor die Kamera treten.

dpa ch yyzz ma 101219 Mrz 02

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