Mangel an Führungskräften soll behoben werden
Erste private Elitehochschule in Deutschland gegründet

Mit einem Festakt in Anwesenheit von Bundespräsident Johannes Rau ist am Donnerstag in Berlin die erste privat finanzierte Elitehochschule in Deutschland gegründet worden.

Reuters BERLIN. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) überreichte im früheren DDR-Staatsratsgebäude, dem Sitz der Hochschule, die Stiftungsurkunde für die "European School of Management and Technology" (ESMT) an den Koordinator der Gründungsinitiative, Gerhard Cromme. Die Initiative setzt sich aus Top-Managern international tätiger deutscher Unternehmen zusammen. "Unser Anspruch ist hoch. Wir wollen uns mit der Schule in kurzer Zeit erfolgreich an den besten Schulen Europas messen können und gleichzeitig anders sein als diese", sagte Cromme. ESMT-Präsident Derek Abell nannte die Gründung "einen wichtigen Baustein für die Zukunft Europas und für das Management weltweit".

Der Idee der privaten Elitehochschule liegt die Erkenntnis der Wirtschaft zu Grunde, dass es in Deutschland einen großen Mangel an Führungskräften gibt. Dem soll die von der Wirtschaft getragene Hochschule abhelfen. Das Institut mit Zweitsitz in München will in absehbarer Zeit eine der ersten Adressen für die Weiterbildung des Führungsnachwuchses in Deutschland und Europa werden. Sie will neben Management-Seminaren, die 2003 beginnen sollen, ab 2004 drei Studiengänge anbieten: Die jährlich 200 bis 300 Studenten sollen die Ausbildung als "Master of Business Administration" (BMMA), als "Master of Public Management" (MPM) und als "Executive Master of Business Administration" (EMBA) abschließen können.

ESMT soll auch Wettbewerbsfähigkeit stärken

Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle, einer der Initiatoren der staatlich anerkannten Hochschule und künftiger Chef der ESMT-Stiftung, sagte: "Mit der Gründung der ESMT wollen wir auch dazu beitragen, Europa ein Stück wettbewerbsfähiger zu machen." Große international tätige Firmen seien bei der Weiterbildung ihres Führungsnachwuchses inhaltlich an Grenzen gestoßen. Es gebe in Europa nicht genügend Institute, die sich bei der Weiterbildung von Spitzenkräften mit den besten Hochschulen in den USA messen könnten. Die Folge sei eine Abwanderung von Talenten in die USA. Das könne Europa aber nicht zulassen. Das Stiftungsvermögen, aus dem die international ausgerichtete Hochschule teilweise finanziert wird, beläuft sich dem Institut zufolge derzeit auf rund 90 Millionen Euro und soll in absehbarer Zeit auf gut 100 Millionen Euro wachsen. Hinzu kommen 25 Millionen Euro von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, die ein eigenes Institut an der Hochschule finanziert.

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