Mangel an Ingenieuren und Handwerkern droht
Erneuerbare Energien spüren den Boom

Die Deutsche Bank bescheinigt der Windenergie in ihrer jüngsten Studie langfristig jährliche Wachstumsraten von 15 bis 20 %. Sie sei der billigste Weg die Kohlendioxid-Emissionen zu verringern.

HB HAMBURG. Ähnlich sieht das Analyst Axel Funhoff von Bear, Stearns International: Die in Europa installierte Kapazität der Windkraftanlagen werde von 13 900 Megawatt im Jahr 2000 auf 65 000 MW im Jahr 2010 ansteigen. Dieser Boom erfordere ein Investitionsvolumen zwischen 60 und 70 Mrd. Euro.

Angesichts des rasanten Wachstums der Branche warnt der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) bereits vor einem Fachkräftemangel. Bis 2010 prognostiziert er, dass die Zahl der Arbeitsplätze in dem Bereich von derzeit gut 120 000 auf bis zu 300 000 ansteigen werden. Gesucht würden Ingenieure und Techniker aus Maschinenbau und Elektrotechnik. Zudem seien Handwerker gefragt, die für den Bereich Biomasse, Solar-, Verfahrens- und Feuertechnik ausgebildet sind.

Das Gesetz für Erneuerbare Energien, das am 1. April vor zwei Jahren in Kraft trat, habe allen Sparten der erneuerbaren Energien zu einem erstaunlichen Aufschwung verholfen, hieß es. Die Branche der Windenergie, der Biomasse und der Photovoltaik habe sich "in weltweit einmaligen Wachstumssprüngen" entwickelt. Sie setzte mittlerweile jährlich rund 8 Mrd. Euro um. Bereits jetzt profitieren viele Unternehmen , wie die Plambeck Neue Energien AG, die P&T Technology AG oder die Farmatic Biotech Energy AG vom Boom.

Windparkentwickler und-betreiber, die sich stark im Ausland engagiert haben, mussten dagegen zurückstecken. So die Umweltkontor Renewable Energy AG und die Bremer Energiekontor AG. "Energiekontor enttäuscht", konstatiert Claudia Erdmann von der Hamburgischen Landesbank. Es zeige sich, wie schwer es ist, zugekaufte Windparkprojekte im Ausland durchzusetzen und das Wachstum organisatorisch zu bewältigen. Vor diesem Hintergrund werden sich die Bremer wieder auf die Eigenakquisition von Standorten für Windparks konzentrieren. So wird jetzt ein jährliches Umsatzwachstum von 30 bis 40 % angepeilt, anstelle der zuvor genannten Verdoppelung. Hinzu kommt ein hausgemachtes Problem: Als erster Windparkbetreiber hat Energiekontor alle Anteile eines Windparks, der den Prognosen nicht entsprach, von den Gesellschaftern zurückgekauft. Zwei weitere Parks stehen vor der Rückabwicklung. Mit derartigen Problem hat P&T nicht zu kämpfen. Das Unternehmen liege mit 191,5 Mill.Euro Umsatz im Plan. Jedoch sieht HLB-Analystin Erdmann Nachholbedarf bei der Profitabilität.

Für 2002 peilt P&T-Vorstandsvorsitzender Jens Peters eine Umsatzverdoppelung auf 400 Mill. Euro an. Das angekündigte Ebit von 23 Mill. Euro verhieße aber nur eine Ebit-Marge von 5,75 %. Langfristig werde sich aber die 55-prozentige Beteiligung von P&T am Emissionshaus für Erneuerbare Energien EECH positiv bemerkbar machen, meint Claudia Erdmann.

Plambeck verdoppelte 2001 die Gesamtleistung auf 206 Mill. Euro und will 2002 das Wachstum fortsetzen. Wenn jemand sage, dass Plambeck um 50 % bei Ertrag und Umsatz zulegen werde, dementierte er dies nicht, so Vorstandschef Wolfgang von Geldern.

Umweltkontor hat in diesem Jahr die Ziele nicht erreicht, plant aber für das laufende Geschäftsjahr bei Umsatz und Ergebnis eine Steigerung von 30 bis 50 %. Erste Umsatz- und Ergebnisbeiträge der europäischen Tochtergesellschaften seien jedoch erst ab 2003 zu erwarten. Für Henrik Lier von der WestLB Panmure gibt jetzt noch einige offene Fragen bei der Auslandsexpansion und der Realisierung der Biomasseprojekte.

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