Mann starb nach zweiwöchigem Koma
Ermittlungen in Kölner Polizeiskandal ausgeweitet

Der Kölner Polizeiskandal um mutmaßliche Misshandlungen eines Festgenommenen zieht weitere Kreise. Inzwischen werde gegen 13 Beamte ermittelt, bestätigte Oberstaatsanwältin Regine Appenrodt am Freitag.

dpa/HB KÖLN. Bislang war stets von 6 Beschuldigten die Rede. 11 Polizisten stünden im Verdacht der Körperverletzung im Amt. 2 weitere Beamte, die die Vorfälle beobachtet und angezeigt hatten, würden der unterlassenen Hilfeleistung verdächtigt.

Mehrere Beamte sollen am 11. Mai einen 31-Jährigen nach dessen Festnahme auf der Kölner Innenstadtwache Eigelstein krankenhausreif geschlagen haben. Der Mann starb am 24. Mai nach zweiwöchigem Koma in einer Klinik.

In einer am Freitag in Köln veröffentlichten Untersuchung zu dem Vorfall wurde neue Kritik laut. Es habe Schwachstellen beim "Fluss bestimmter führungsrelevanter Informationen" gegeben, heißt es in dem Bericht einer Arbeitsgruppe, die von der Bezirksregierung eingesetzt worden war. Der Arbeitsgruppe gehörten auch ein Pfarrer und ein Psychologe an.

Die Ergebnisse bestätigten Vermutungen, wonach auffällige Beamte nicht nachhaltig verfolgt worden seien. Wenn es unter den Vorgesetzten unterschiedliche Auffassungen über auffällige Beamte gegeben habe, seien diese nicht gemeinsam besprochen worden. Es habe möglicherweise eine "selektive Wahrnehmung" gegeben, bei der Beamte, die "härter zugreifen", grundsätzlich eher positiv gesehen wurden.

Ähnlich wie kürzlich eine Studie der Fern Hagen-Universität verwiesen auch die Kölner Fachleute auf besondere Probleme bei der Polizeiarbeit in sozialen Brennpunkten. Danach wirken sich die Vielzahl der Einsätze, das besondere Konfliktpotenzial und eine relativ hohe Personalfluktuation negativ auf die Arbeit aus.

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