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Mann sticht in London wahllos auf Passanten ein - Ein Toter

Ein Amokläufer hat in London einen Mann erstochen und vier weitere Opfer schwer verletzt. Wie die Polizei am Donnerstag berichtete, hatte der Täter im morgendlichen Berufsverkehr vor einem Bahnhof in Edmonton (Nord-London) innerhalb einer Stunde offensichtlich wahllos mit dem Messer zugestochen.

dpa LONDON. Ein Amokläufer hat in London einen Mann erstochen und vier weitere Opfer schwer verletzt. Wie die Polizei am Donnerstag berichtete, hatte der Täter im morgendlichen Berufsverkehr vor einem Bahnhof in Edmonton (Nord-London) innerhalb einer Stunde offensichtlich wahllos mit dem Messer zugestochen. Die Ermittler nahmen einen 30 Jahre alten Mann fest, der als psychisch krank bekannt ist. Bei ihm wurde auch ein Messer sichergestellt.

Nach den Angaben war der Täter mit dem Auto herumgefahren, stoppte dann, sprang aus dem Wagen und stach Passanten in den Rücken. "Die Opfer wurden völlig willkürlich ausgesucht", sagte Scotland Yard-Inspektor Simon O'Brien. Die Tatsache, dass nach der Festnahme keine weiteren Angriffe folgten, deute darauf hin, dass vermutlich der Täter gefasst werden konnte, sagte er. Ein Motiv für die Bluttat sei nicht ersichtlich.

Die vier betroffenen Bezirke in Nord-London waren im Zuge der Fahndung von der Polizei abgesperrt worden. Bei der Suche nach dem Täter wurden auch Hubschrauber eingesetzt.

Ein 58-jähriger Mann starb im Krankenhaus. Das Alter der verletzten Männer wurde von der Polizei mit 33, 49, 50 und 76 angegeben. Drei von ihnen mussten sofort operiert werden. Eine schwer verletzte 20 Jahre alte Frau wurde in eine Herz-Spezialklinik gebracht.

Bei der ersten Attacke um 8.20 Uhr Ortszeit (9.20 Uhr MEZ) wurde ein Mann vor dem Bahnhof von Edmonton Green schwer verletzt. 30 Minuten später wurde wenige Kilometer entfernt ein zweiter Mann angegriffen. Die anderen Attacken fanden in Abständen von drei und zehn Minuten statt. Eines der Opfer wurde an einer Tankstelle angegriffen. "Ein Mann kam zu uns, blutüberströmt, und sagte, man habe ihn gerade in den Bauch gestochen", berichtete der Tankstellenbesitzer der BBC.

In den betroffenen Bezirken sind Schießereien und Messerstechereien laut Polizei nicht ungewöhnlich. Erst am Vortag war in einem von ihnen ein Ladenbesitzer erstochen worden, der zwei Alkohol-Diebe verfolgt hatte. Nach offiziellen Angaben gibt es in London jede Woche 360 Angriffe, bei denen Messer im Spiel sind.

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