Mannesmann-Affäre
Essers Verfolger unter Druck

Das gab es wohl selten: Eine Generalstaatsanwaltschaft prüft ein Ermittlungsverfahren gegen einen Generalstaatsanwalt. Es geht um die Verletzung von Dienstgeheimnissen. Hat Lothar Sent geplaudert?

DÜSSELDORF. Dem Düsseldorfer Generalstaatsanwalt Lothar Sent, der die Ermittlungen gegen den ehemaligen Mannesmann-Chef Klaus Esser in Gang gebracht hat, droht jetzt selbst ein Ermittlungsverfahren. Die Generalstaatsanwaltschaft Köln geht zurzeit Hinweisen nach, dass Sent möglicherweise Dienstgeheimnisse an die Presse verraten hat. In zwei bis vier Wochen soll die Entscheidung fallen, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, kündigte ein Sprecher gestern an.

Nach Informationen des Handelsblatts verfügt die Kölner Ermittlungsbehörde über Indizien, die Sent schwer belasten: Nach Zeugenaussagen soll Sent im März 2001 das Nachrichtenmagazin "Spiegel" insgeheim vorab über seine Absicht informiert haben, gegen Esser und andere ein Ermittlungsverfahren einzuleiten.

Esser im Visier der Staatsanwaltschaft Düsseldorf

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat Esser wegen seiner Millionen-Abfindung nach der Mannesmann-Übernahme durch Vodafone im Visier. Voraussichtlich in den nächsten Wochen sollen die Untersuchungen abgeschlossen sein. Ob einige Beschuldigte wegen Untreue angeklagt werden, ist noch offen.

In einer Amtshaftungsklage verlangt Esser Schadensersatz und Schmerzensgeld vom Land Nordrhein-Westfalen. Er wirft der Staatsanwaltschaft vor, ohne ausreichende Anhaltspunkte ein Ermittlungsverfahren gegen ihn angeordnet zu haben. Über Essers Zivilklage soll am 5. März kommenden Jahres beim Landgericht Düsseldorf verhandelt werden.

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